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krankheiten:pododermatitis

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 ====== Pododermatitis ====== ====== Pododermatitis ======
 ===== Allgemeines ===== ===== Allgemeines =====
-<imgcaption label1|Linker Hinterfuß des Kaninchens>{{ krankheiten:pododermatitis:podermatitis_digitigrade_plantigrade.png?300}}</imgcaption>Im "Lexikon der Veterinärmedizin"((Wiesner, E. und Ribbeck, R. 2000. Lexikon der Veterinärmedizin. Stuttgart : Enke im Hippokrates Verlag GmbH, 2000. ISBN 3-7773-1459-5)) wird die "Pododermatitis" u. a. als Entzündung der plantaren Pfotenhaut geführt, die häufig bei Kaninchen auftritt, die auf Metallrosten gehalten werden(planta = Fußsohle (Hinterpfote); palmaris = zur Handfläche gehörend (Vorderpfote). Dabei handelt es sich vor allem um eine Entzündung der Haut am Fersenbein der Hinterpfote.+<imgcaption label1|Linker Hinterfuß des Kaninchens>{{ krankheiten:pododermatitis:podermatitis_digitigrade_plantigrade.png?300}}</imgcaption>Im "Lexikon der Veterinärmedizin"((Wiesner, E. und Ribbeck, R. 2000. Lexikon der Veterinärmedizin. Stuttgart : Enke im Hippokrates Verlag GmbH, 2000. ISBN 3-7773-1459-5)) wird die "Pododermatitis" u. a. als Entzündung der plantaren Pfotenhaut geführt, die häufig bei Kaninchen auftritt, die auf Metallrosten gehalten werden (planta = Fußsohle (Hinterpfote); palmaris = zur Handfläche gehörend (Vorderpfote)). Dabei handelt es sich vor allem um eine Entzündung der Haut am Fersenbein der Hinterpfote.
  
 Andere Bezeichnungen für die Krankheitsbilder der Pododermatitis sind "Sohlenschwielen", "Sohlengeschwüre", "Sohlenballengeschwür" sowie "Wunde Läufe". Auf Englisch wird die Pododermatitis als "sore hocks" oder "Bumblefoot" bezeichnet.  Andere Bezeichnungen für die Krankheitsbilder der Pododermatitis sind "Sohlenschwielen", "Sohlengeschwüre", "Sohlenballengeschwür" sowie "Wunde Läufe". Auf Englisch wird die Pododermatitis als "sore hocks" oder "Bumblefoot" bezeichnet. 
  
-Nach Harcourt-Brown, 2002((Harcourt-Brown, F. 2002. Textbook of rabbit medicine. Oxford : Butterworth-Heinemann, 2002. ISBN 0-7506-4002-2)) ist die normale Haltung der Hinterbeine von Kaninchen "digitigrade". Bei einem gesunden Kaninchen wird das Gewicht zwischen den Krallen und der plantaren Seite des Mittelfußes verteilt. Kimura, 1996 stellte fest, das Kaninchen eine Fußmorphologie vom "plantigraden Typ" aufwiesen((Kimura, T. (1996). Correlation between the morphology of the feet and muscle fiber composition in the anterior tibial muscle. Anthropological Science, 104(1), 1-14)), aber ein "digitigrades" Gangbild während der Fortbewegung. Gushue et al., 2005((Gushue, D. L., Houck, J., & Lerner, A. L. (2005). Rabbit knee joint biomechanics: motion analysis and modeling of forces during hopping. Journal of orthopaedic research, 23(4), 735-742)) schlossen aus biomechanischen Daten auf Grundlage der Kinematik der Hintergliedmaßen und der Bodenkontaktkinetik von gesunden weißen Neuseelandkaninchen, dass Kaninchen ein digitigrades Gangmuster aufweisen, wie es in der Literatur beschrieben wurde. Mehrere biomechanische Werte und ihre Korrelation mit der Standdauer ähnelten denen, die bei anderen Säugetieren, wie Ratten, Katzen und Hunden beobachtet wurden. Ähnliche Feststellungen finden sich in späteren Veröffentlichungen von Blair, 2013((Blair, J. (2013). Bumblefoot: a comparison of clinical presentation and treatment of pododermatitis in rabbits, rodents, and birds. Veterinary Clinics: Exotic Animal Practice, 16(3), 715-735)), Volait-Rosset et al., 2019((Volait-Rosset, L., Pignon, C., Manou, M., & Donnelly, T. M. (2019). Surgical management of a calcaneus fracture in a pet rabbit. Journal of Exotic Pet Medicine, 29, 110-114)) und Hall et al., 2022((Hall, P. T., Stubbs, C., Anderson, D. E., Greenacre, C. B., & Crouch, D. L. (2022). Rabbit hindlimb kinematics and ground contact pressure during the stance phase of hopping gait. bioRxiv, 2022-02.))+Nach Harcourt-Brown, 2002((Harcourt-Brown, F. 2002. Textbook of rabbit medicine. Oxford : Butterworth-Heinemann, 2002. ISBN 0-7506-4002-2)) ist die normale Haltung der Hinterbeine von Kaninchen "digitigrade". Bei einem gesunden Kaninchen wird das Gewicht zwischen den Krallen und der plantaren Seite des Mittelfußes verteilt. Kimura, 1996((Kimura, T. (1996). Correlation between the morphology of the feet and muscle fiber composition in the anterior tibial muscle. Anthropological Science, 104(1), 1-14)) stellte fest, dass Kaninchen eine Fußmorphologie vom "plantigraden Typ" aufwiesen, aber ein "digitigrades" Gangbild während der Fortbewegung. Gushue et al., 2005((Gushue, D. L., Houck, J., & Lerner, A. L. (2005). Rabbit knee joint biomechanics: motion analysis and modeling of forces during hopping. Journal of orthopaedic research, 23(4), 735-742)) schlossen aus biomechanischen Daten auf Grundlage der Kinematik der Hintergliedmaßen und der Bodenkontaktkinetik von gesunden weißen Neuseelandkaninchen, dass Kaninchen ein digitigrades Gangmuster aufweisen, wie es in der Literatur beschrieben wurde. Mehrere biomechanische Werte und ihre Korrelation mit der Standdauer ähnelten denen, die bei anderen Säugetieren, wie Ratten, Katzen und Hunden beobachtet wurden. Ähnliche Feststellungen finden sich in späteren Veröffentlichungen von Blair, 2013((Blair, J. (2013). Bumblefoot: a comparison of clinical presentation and treatment of pododermatitis in rabbits, rodents, and birds. Veterinary Clinics: Exotic Animal Practice, 16(3), 715-735)), Volait-Rosset et al., 2019((Volait-Rosset, L., Pignon, C., Manou, M., & Donnelly, T. M. (2019). Surgical management of a calcaneus fracture in a pet rabbit. Journal of Exotic Pet Medicine, 29, 110-114)) und Hall et al., 2022((Hall, P. T., Stubbs, C., Anderson, D. E., Greenacre, C. B., & Crouch, D. L. (2022). Rabbit hindlimb kinematics and ground contact pressure during the stance phase of hopping gait. bioRxiv, 2022-02.)).
  
-Als "digitigrade" wird eine Fortbewegungsweise bezeichnet, bei der nur die Finger bzw. die Zehen den Boden berühren (Zehengänger), als "plantigrade" eine solche, bei der gesamte Hand bzw. der Fuß den Boden berührt (Sohlengänger).+Als "digitigrade" wird eine Fortbewegungsweise bezeichnet, bei der nur die Finger bzw. die Zehen den Boden berühren (Zehengänger), als "plantigrade" eine solche, bei der die gesamte Hand bzw. der Fuß den Boden berührt (Sohlengänger).
  
-Im sitzenden bzw. hockendem Ruhezustand lagert das gesamte Gewicht des Kaninchens auf den Zehen und dem Fersenbein (plantigrad).+Im sitzenden bzw. hockenden Ruhezustand lagert das gesamte Gewicht des Kaninchens auf den Zehen und dem Fersenbein (plantigrad).
 ===== Ätiologie ===== ===== Ätiologie =====
 Von Kötsche & Gottschalk, 1990((Kötsche, W. und Gottschalk, C. 1990. Krankheiten der Kaninchen und Hasen. 4. Aufl. Jena : Fischer, 1990. ISBN 3-334-00295-0)) wurden "Wunde Läufe" als "Parakeratose" bezeichnet, die häufiger als angenommen an den Hinterpfoten von Kaninchen zu beobachten sei (Parakeratose = Verhornungsstörung der Haut). Sie trete vor allem bei älteren Tieren schwerer Rassen vermehrt auf, wobei Haltung und Fütterung eine prädisponierende Rolle spielen. In der Haltung seien es vor allem die //"unphysiologischen Druckverhältnisse auf die Sohlenhaut sowie feuchte, stickige, unsaubere und ungenügend erneuerte Einstreu. Auch die längere Einwirkung chemischer Stoffe, wie z. B. Teer (Dachpappe), dürfte die Parakeratose begünstigen. Inwieweit auch einer zu eiweißreichen Fütterung eine ätiologische Bedeutung zukommt, ist noch unklar"// Von Kötsche & Gottschalk, 1990((Kötsche, W. und Gottschalk, C. 1990. Krankheiten der Kaninchen und Hasen. 4. Aufl. Jena : Fischer, 1990. ISBN 3-334-00295-0)) wurden "Wunde Läufe" als "Parakeratose" bezeichnet, die häufiger als angenommen an den Hinterpfoten von Kaninchen zu beobachten sei (Parakeratose = Verhornungsstörung der Haut). Sie trete vor allem bei älteren Tieren schwerer Rassen vermehrt auf, wobei Haltung und Fütterung eine prädisponierende Rolle spielen. In der Haltung seien es vor allem die //"unphysiologischen Druckverhältnisse auf die Sohlenhaut sowie feuchte, stickige, unsaubere und ungenügend erneuerte Einstreu. Auch die längere Einwirkung chemischer Stoffe, wie z. B. Teer (Dachpappe), dürfte die Parakeratose begünstigen. Inwieweit auch einer zu eiweißreichen Fütterung eine ätiologische Bedeutung zukommt, ist noch unklar"//
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