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krankheiten:pododermatitis

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krankheiten:pododermatitis [2026/03/20 14:28] – [Heimtiere] kathrinkrankheiten:pododermatitis [2026/03/23 19:57] (aktuell) – [Ätiologie] andreas
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 Harcourt-Brown, 2002((Harcourt-Brown, F. 2002. Textbook of rabbit medicine. Oxford : Butterworth-Heinemann, 2002. ISBN 0-7506-4002-2)) beschrieb mögliche Ursachen und Stadien der Entstehung der Pododermatitis folgendermaßen: Harcourt-Brown, 2002((Harcourt-Brown, F. 2002. Textbook of rabbit medicine. Oxford : Butterworth-Heinemann, 2002. ISBN 0-7506-4002-2)) beschrieb mögliche Ursachen und Stadien der Entstehung der Pododermatitis folgendermaßen:
-   * Der Hautbereich an der Spitze des der Ferse von Kaninchen ist anfällig für Drucknekrosen. Bei ausgewachsenen Kaninchen findet sich häufig ein kleiner Bereich haarloser Haut, der jedoch in der Regel durch das darüber liegende Fell verdeckt wird. Harte Böden, Bewegungsmangel und lange Zeiten der Inaktivität erhöhen den Druck auf die Ferse. \\ +   * Der Hautbereich an der Spitze der Ferse von Kaninchen ist anfällig für Drucknekrosen. Bei ausgewachsenen Kaninchen findet sich häufig ein kleiner Bereich haarloser Haut, der jedoch in der Regel durch das darüber liegende Fell verdeckt wird. Harte Böden, Bewegungsmangel und lange Zeiten der Inaktivität erhöhen den Druck auf die Ferse. \\ 
    * Druckstellen entstehen in der dünnen Haut über dem knöchernen Vorsprung des mittleren Fußwurzelknochens, insbesondere bei Kaninchen mit spärlicher Behaarung wie dem Rex. Der haarlose Bereich mit geröteter Haut, die auf Druck nicht bleich wird, ist ein frühes Anzeichen für eine ulzerative Pododermatitis. Sobald der Bereich sein schützendes Fell verloren hat, ist die Haut verstärkt mechanischem Trauma und Druck ausgesetzt. Die Läsionen können sich zu dekubitalen Hautgeschwüren entwickeln. Gelegentlich werden die mediale Plantarvene oder Arterie, die direkt unter der Haut liegen, verletzt und verursachen Blutungen. \\     * Druckstellen entstehen in der dünnen Haut über dem knöchernen Vorsprung des mittleren Fußwurzelknochens, insbesondere bei Kaninchen mit spärlicher Behaarung wie dem Rex. Der haarlose Bereich mit geröteter Haut, die auf Druck nicht bleich wird, ist ein frühes Anzeichen für eine ulzerative Pododermatitis. Sobald der Bereich sein schützendes Fell verloren hat, ist die Haut verstärkt mechanischem Trauma und Druck ausgesetzt. Die Läsionen können sich zu dekubitalen Hautgeschwüren entwickeln. Gelegentlich werden die mediale Plantarvene oder Arterie, die direkt unter der Haut liegen, verletzt und verursachen Blutungen. \\ 
    * In den späteren Stadien der ulzerativen Pododermatitis erstreckt sich das Geschwür durch die Dermis und Epidermis. Die devitalisierte Haut über der Läsion geht verloren, und die Infektion breitet sich in die tieferen Gewebe, einschließlich Knochen und Synovialstrukturen, aus. Im Bereich der Ferse bildet sich ein Abszess, an dem z. B. //Staphylococcus aureus// oder //Pasteurella multocida// beteiligt sein können. \\     * In den späteren Stadien der ulzerativen Pododermatitis erstreckt sich das Geschwür durch die Dermis und Epidermis. Die devitalisierte Haut über der Läsion geht verloren, und die Infektion breitet sich in die tieferen Gewebe, einschließlich Knochen und Synovialstrukturen, aus. Im Bereich der Ferse bildet sich ein Abszess, an dem z. B. //Staphylococcus aureus// oder //Pasteurella multocida// beteiligt sein können. \\ 
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   * Pododermatitis tritt im Allgemeinen bei übergewichtigen, inaktiven Kaninchen auf feuchter Einstreu oder Gitterböden auf. Gelegentlich kann auch der Mittelfußbereich betroffen sein. **Es wird angenommen**, dass auch erbliche Faktoren beteiligt und Rex-Kaninchen besonders betroffen sind, da ihnen die schützenden Schutzhaare fehlen. (S 261). Ein Beleg dafür wurde nicht angegeben.   * Pododermatitis tritt im Allgemeinen bei übergewichtigen, inaktiven Kaninchen auf feuchter Einstreu oder Gitterböden auf. Gelegentlich kann auch der Mittelfußbereich betroffen sein. **Es wird angenommen**, dass auch erbliche Faktoren beteiligt und Rex-Kaninchen besonders betroffen sind, da ihnen die schützenden Schutzhaare fehlen. (S 261). Ein Beleg dafür wurde nicht angegeben.
  
-In einer retrospektiven Querschnittsstudie von O'Neill et al, 2024((O'Neill, D. G., Williams, A., Brodbelt, D. C., Church, D. B., Hedley, J. 2024. Conformation-associated health in pet rabbits in the UK: A VetCompass cohort study. Vet Rec. 2024;e4396. https://doi.org/10.1002/vetr.4396)) wurde die Prävalenz der häufigsten Erkrankungen von Heimkaninchen geschätzt. Die Studienpopulation umfasste alle Kaninchen, die im Jahr 2019 in 1.224 Kliniken, die am britischen VetCompass-Programm teilnahmen, tierärztlich betreut wurden. Dafür standen die Datensätze von 162.017 Heimkaninchen zur Verfügung, die untersuchte Stichprobe enthielt 3.933 Tiere. Bei 55 Tieren der Stichprobe (1,4%) wurde eine Pododermatitis diagnostiziert. Von diesen 55 Tieren hatten 22 Tiere (40%) Stehohren und 18 Tiere (33%) hängende Ohren. Bei 8 Tieren (15%) handelte es sich um Kreuzungen und von 7 Tieren (13%) war die Rasse bzw. der Phänotyp unbekannt. Von den bekannten Rassen waren Holländerkaninchen (Stehohren) mit 10 Tieren (18%) am häufigsten betroffen, 4 Rexkaninchen bzw. eine Rex-Mischung waren mit 9% vertreten. Das heißt, in der Stichprobe von 3.933 Heimkaninchen betrug die Prävalenz für Pododermatitis in dieser Studie bei Rexkaninchen 0,1% im Vergleich zu 0,3% bei Holländerkaninchen. Tiere mit stehenden Ohren waren häufiger betroffen als Widderkaninchen. +In einer retrospektiven Querschnittsstudie von O'Neill et al., 2024((O'Neill, D. G., Williams, A., Brodbelt, D. C., Church, D. B., Hedley, J. 2024. Conformation-associated health in pet rabbits in the UK: A VetCompass cohort study. Vet Rec. 2024;e4396. https://doi.org/10.1002/vetr.4396)) wurde die Prävalenz der häufigsten Erkrankungen von Heimkaninchen geschätzt. Die Studienpopulation umfasste alle Kaninchen, die im Jahr 2019 in 1.224 Kliniken, die am britischen VetCompass-Programm teilnahmen, tierärztlich betreut wurden. Dafür standen die Datensätze von 162.017 Heimkaninchen zur Verfügung, die untersuchte Stichprobe enthielt 3.933 Tiere. Bei 55 Tieren der Stichprobe (1,4%) wurde eine Pododermatitis diagnostiziert. Von diesen 55 Tieren hatten 22 Tiere (40%) Stehohren und 18 Tiere (33%) hängende Ohren. Bei 8 Tieren (15%) handelte es sich um Kreuzungen und von 7 Tieren (13%) war die Rasse bzw. der Phänotyp unbekannt. Von den bekannten Rassen waren Holländerkaninchen (Stehohren) mit 10 Tieren (18%) am häufigsten betroffen, 4 Rexkaninchen bzw. eine Rex-Mischung waren mit 9% vertreten. Das heißt, in der Stichprobe von 3.933 Heimkaninchen betrug die Prävalenz für Pododermatitis in dieser Studie bei Rexkaninchen 0,1% im Vergleich zu 0,3% bei Holländerkaninchen. Tiere mit stehenden Ohren waren häufiger betroffen als Widderkaninchen. 
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krankheiten/pododermatitis.1774013298.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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