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anatomie:fell

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anatomie:fell [2025/11/17 20:59] – [Strukturhaar] kathrinanatomie:fell [2026/03/10 21:49] (aktuell) – [Kurzhaar] kathrin
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 Siehe auch: [[physiologie:fellhaarfarbe#Pigmenttyp-Umschaltung – Agouti-Melanocortin-Signalweg|Pigmenttyp-Umschaltung]]. Siehe auch: [[physiologie:fellhaarfarbe#Pigmenttyp-Umschaltung – Agouti-Melanocortin-Signalweg|Pigmenttyp-Umschaltung]].
  
-E. Contes untersuchte "//über viele Jahre hinweg//" Haarcharakteristika bei normalhaarigen Rassekaninchen "//vorwiegend mit wildgrauer Färbung//" oder "//auch andere, z.B. chinchillafarbige oder eisengraue Tiere, Weiß- und Schwarzgrannen//" (ZDK Standard). Er hielt seine Beobachtungen "//penibel//" fest und erstellte "//nahezu 600 Präparate//". Daraus((Contes, E. 2003. Die Behaarung des Normalhaarfells und die Haarfarbzonen der Haararten. Kaninchen 4/2003. Deutscher Bauernverlag. 12-13.))((Contes, E. 2008. Kritische Anmerkungen zur Fellhaar- und Farbbeschreibung -- Untersuchung der Haararten und Farbzonen bei wildfarbigen Normalhaarrassen. Kaninchenzeitung 13/2008. HK-Verlagsgesellschaft. 12-15.)) ging hervor: +E. Contes untersuchte "//über viele Jahre hinweg//" Haarcharakteristika bei normalhaarigen Rassekaninchen "//vorwiegend mit wildgrauer Färbung//" oder "//auch andere, z.B. chinchillafarbige oder eisengraue Tiere, Weiß- und Schwarzgrannen//" (ZDK Standard). Er hielt seine Beobachtungen "//penibel//" fest und erstellte "//nahezu 600 Präparate//". Daraus ging hervor:((Contes, E. 2003. Die Behaarung des Normalhaarfells und die Haarfarbzonen der Haararten. Kaninchen 4/2003. Deutscher Bauernverlag. 12-13.))((Contes, E. 2008. Kritische Anmerkungen zur Fellhaar- und Farbbeschreibung -- Untersuchung der Haararten und Farbzonen bei wildfarbigen Normalhaarrassen. Kaninchenzeitung 13/2008. HK-Verlagsgesellschaft. 12-15.))((Contes, E. 2011. Unsere Standards und deren Überbetonung der "Unterwolle" -- Anmerkungen bezüglich der Haararten des Kaninchens. Kaninchenzeitung 19/2011. HK-Verlagsgesellschaft. 16.)) 
  
   * "//Die Deckhaarlänge der Normalbehaarung bei großen Rassen liegt bei 4 cm, bei mittleren Rassen bei 3,5 cm und bei kleinen Rassen bei 3 cm.//"   * "//Die Deckhaarlänge der Normalbehaarung bei großen Rassen liegt bei 4 cm, bei mittleren Rassen bei 3,5 cm und bei kleinen Rassen bei 3 cm.//"
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   * Im Genick und zwischen den Ohren ist Deckhaar nur spärlich vorhanden; der Nackenkeil und die hinteren Ohrenhälften sind frei von Grannenhaar.   * Im Genick und zwischen den Ohren ist Deckhaar nur spärlich vorhanden; der Nackenkeil und die hinteren Ohrenhälften sind frei von Grannenhaar.
   * Bei mittlerer Deckhaarlänge (~35 mm) überragt das Deckhaar das Unterhaar um "//mindestens 7 bis 8 mm"// (entspricht Spitzen- und Wildfarbzone).   * Bei mittlerer Deckhaarlänge (~35 mm) überragt das Deckhaar das Unterhaar um "//mindestens 7 bis 8 mm"// (entspricht Spitzen- und Wildfarbzone).
-  * Die Länge der Unterfarbe beträgt "//höchstens 2/3 der Deckhaarlänge//".+  * Die Länge der Unterfarbe beträgt "//höchstens 2/3 der Deckhaarlänge//"(Abbildung 1)
 <imgcaption label1|Schematische Darstellung zur Veranschaulichung der Bänderung bei wildfarbigem Fellhaar; nach Contes, 2003-2011>{{ :anatomie:kh_2025_farbzonen_wild.png?300 |}}</imgcaption> <imgcaption label1|Schematische Darstellung zur Veranschaulichung der Bänderung bei wildfarbigem Fellhaar; nach Contes, 2003-2011>{{ :anatomie:kh_2025_farbzonen_wild.png?300 |}}</imgcaption>
-(Contes, 2003((Contes, E. 2003. Die Behaarung des Normalhaarfells und die Haarfarbzonen der Haararten. Kaninchen 4/2003. Deutscher Bauernverlag. 12-13.)); 2008((Contes, E. 2008. Kritische Anmerkungen zur Fellhaar- und Farbbeschreibung -- Untersuchung der Haararten und Farbzonen bei wildfarbigen Normalhaarrassen. Kaninchenzeitung 13/2008. HK-Verlagsgesellschaft. 12-15.)); 2011((Contes, E. 2011. Unsere Standards und deren Überbetonung der "Unterwolle" -- Anmerkungen bezüglich der Haararten des Kaninchens. Kaninchenzeitung 19/2011. HK-Verlagsgesellschaft. 16.))) 
  
 Bei Rexkaninchen liegen die dunklen Deck- und Unterhaarspitzen sowie die Wildfarbzone des Deckhaars und die Zwischenfarbzone des Unterhaars auf etwa gleicher Höhe, weshalb keine Kränzchenzone gebildet wird.((Contes, E. 2011. Anmerkungen zur Haarstruktur unserer Rexkaninchen. Kaninchenzeitung 14/2011. HK-Verlagsgesellschaft. 25.)) Bei Rexkaninchen liegen die dunklen Deck- und Unterhaarspitzen sowie die Wildfarbzone des Deckhaars und die Zwischenfarbzone des Unterhaars auf etwa gleicher Höhe, weshalb keine Kränzchenzone gebildet wird.((Contes, E. 2011. Anmerkungen zur Haarstruktur unserer Rexkaninchen. Kaninchenzeitung 14/2011. HK-Verlagsgesellschaft. 25.))
  
-Die folgenden Kapitel -- Normalhaar, Langhaar, Kurzhaar, Strukturhaar -- enthalten Ergebnisse weiterer, späterer Untersuchungen.+Die folgenden Kapitel -- Normalhaar, Langhaar, Kurzhaar, Strukturhaar -- enthalten Ergebnisse weiterer, meist späterer Untersuchungen.
  
 ==== Normalhaar ==== ==== Normalhaar ====
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 |Normalhaar |  54| Nein |  33,4 ± 3,3|  23,6 ± 2,1|  93,1|  5,4|  1,5| |Normalhaar |  54| Nein |  33,4 ± 3,3|  23,6 ± 2,1|  93,1|  5,4|  1,5|
 |Rex (INRA, Frankreich) |  44| Ja |  18,9 ± 1,9  ||  95,9|  3,7|  0,4| |Rex (INRA, Frankreich) |  44| Ja |  18,9 ± 1,9  ||  95,9|  3,7|  0,4|
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 +In der Rückenhaut neugeborener Rexkaninchen beobachteten Wu //et al//., 2018((Wu, Z., Sun, L., Liu, G., Liu, H., Liu, H., Yu, Z., ... & Qin, Y. (2018). Hair follicle development and related gene and protein expression of skins in Rex rabbits during the first 8 weeks of life. Asian-Australasian journal of animal sciences, 32(4), 477.)) hauptsächlich primäre Haarfollikel. Im Alter von sechs und acht Wochen waren primäre Haarfollikel von jeweils 5--13 sekundären Haarfollikeln umgeben.
 +
  
 ==== Strukturhaar ==== ==== Strukturhaar ====
  
-((Castle, W. E., & Law, L. W. 1936. Satin, a new hair mutation of the rabbit. J. Hered. 27, 235-240.))+Castle & Law, 1936((Castle, W. E., & Law, L. W. 1936. Satin, a new hair mutation of the rabbit. J. Hered. 27, 235-240.)) stellten unter dem Mikroskop fest:\\  
 +Bei fertig entwickeltem Satinhaar sind die Zellen des Haarmarks (//Medulla//) verdichtet -- es gibt keine luftgefüllte Markröhre wie bei Normalhaar. Die Medulla geht nahtlos in die Haarrinde (//Cortex//) über, und beide Schichten besitzen eine ähnliche Struktur. Die Haarrinde und ihre äußere Schicht, das Haaroberhäutchen (//Cuticula//), sind dünner und die Cuticula ist glatter als bei Normalhaar. Insgesamt besitzen Satinhaare einen kleineren Durchmesser als Normalhaare (Abbildung 2). 
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 +<imgcaption label2|Oberflächen und Längsschnitte von A) Normalhaar mit luftgefüllter Medulla, umgeben von Cortex und Cuticula, B) Satinhaar mit veränderter Struktur und geringerem Durchmesser (jeweils links Deck- und rechts Unterhaar); Castle & Law, 1936>{{ :anatomie:castle_law_1936_satin_figure6.jpg?nolink&350 |}}</imgcaption>
  
 ===== Fellhaarwechsel ===== ===== Fellhaarwechsel =====
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 +Whiteley & Ghadially, 1954((Whiteley, H. J., & Ghadially, F. N. (1954). Hair replacement in the domestic rabbit. Journal of Anatomy, 88(Pt 1), 13.)) untersuchten den Fellhaarwechsel bei zehn erwachsenen und fünf jungen Kaninchen über einen Zeitraum von 18 Monaten. Bei den erwachsenen Kaninchen erfolgte der Wechsel in jährlichen oder halbjährlichen Wachstumszyklen (Frühjahr, Herbst) mit einer durchschnittlichen Dauer von jeweils 3–4 Monaten und einem charakteristischen Muster: vom Rücken über die Flanken bis zum vorderen, seitlichen Bereich des Körpers. Dazwischen gab es ein Ruhephase von etwa 8–9 Monaten. Der Haarwechsel am Bauch war davon unabhängig und dauerte 4–6 Monate. Bei Jungtieren ("3 Monate") gab es kein erkennbares Muster.
 +
 +Bei Agouti- und chinchillafarbigen Kaninchen beobachteten sie eine Bänderung wie sie später, detaillierter, auch von E. Contes beschrieben wurde ([[fell#Bänderung bei wildfarbigem Haar|Bänderung bei wildfarbigem Haar]]).
  
 Allain, 2021((Allain, D. 2021. Genetics of fibre and fur production in rabbits. In: The genetics and genomics of the rabbit (pp. 104-119). Wallingford UK: CABI. ISBN: 9 781 78064 3342.))(S. 106) erklärte: Allain, 2021((Allain, D. 2021. Genetics of fibre and fur production in rabbits. In: The genetics and genomics of the rabbit (pp. 104-119). Wallingford UK: CABI. ISBN: 9 781 78064 3342.))(S. 106) erklärte:
anatomie/fell.1763409549.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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