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brachyzephalie

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   * (76–80,9: Mittellangkopf oder Mesokephale) \\    * (76–80,9: Mittellangkopf oder Mesokephale) \\ 
   * ab 80: Kurzschädel oder Brachykrane \\    * ab 80: Kurzschädel oder Brachykrane \\ 
-  * (ab 81: Kurzkopf oder Brachykephale) \\ +  * (ab 81: Kurzkopf oder Brachykephale)\\ 
 ==== Katze ==== ==== Katze ====
 Farnworth et al., 2018((Farnworth, M. J., Packer, R. M., Sordo, L., Chen, R., Caney, S. M., & Gunn-Moore, D. A. 2018. In the eye of the beholder: Owner preferences for variations in cats’ appearances with specific focus on skull morphology. Animals, 8(2), 30.)) stellten in einem Fragebogen zur Beurteilung der Kopfformen Katzenbilder zur Verfügung, anhand derer die befragten Veterinäre die Kopfform bewerten sollten. Die Bewertung erfolgte mittels einer Skala, deren Werte auf der Zuordnung eines Bildes beruhte: Farnworth et al., 2018((Farnworth, M. J., Packer, R. M., Sordo, L., Chen, R., Caney, S. M., & Gunn-Moore, D. A. 2018. In the eye of the beholder: Owner preferences for variations in cats’ appearances with specific focus on skull morphology. Animals, 8(2), 30.)) stellten in einem Fragebogen zur Beurteilung der Kopfformen Katzenbilder zur Verfügung, anhand derer die befragten Veterinäre die Kopfform bewerten sollten. Die Bewertung erfolgte mittels einer Skala, deren Werte auf der Zuordnung eines Bildes beruhte:
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 <imgcaption label2|Definition der Brachycephalie beim Hund gemäß dem Gesetz der Niederlande Nr. WJZ/19230636 vom 17.08.2023>{{ krankheiten:brachycephalie:dog_brachycephal.png?250}}</imgcaption>Am 24.08.2023 wurde ein Gesetz des Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität des Königreichs der Niederlande((Beleidsregel van de Minister van Landbouw, Natuur en Voedselkwaliteit van 17 augustus 2023, nr. WJZ/ 19230636, houdende regels over de toepassing van artikel 3.4, eerste en tweede lid, van het Besluit houders van dieren op honden (Beleidsregel brachycephale honden). Staatscourant 2023, 23619. https://zoek.officielebekendmakingen.nl/stcrt-2023-23619.html#)) veröffentlicht, in dem ein "kraniofaziales Verhältnis" für die Zucht von Hunden Anwendung findet. Definiert ist es als Quotient der Länge der Nase des Hundes, gemessen von der Nasenspitze bis zum "Stop", geteilt durch die Länge des Schädels des Hundes, gemessen vom "Stop" bis zum Hinterhauptbein (siehe <imgref label2>). Es darf nicht mit Hunden gezüchtet werden, wenn ein Tier eine relative Nasenverkürzung mit einem kraniofazialen Verhältnis von weniger als 0,3 aufweist. Die relative Nasenverkürzung, die auch als "kraniofaziale Ratio" (CFR) bezeichnet wird, ist eine Zahl, mit der sich der Schweregrad einer "Brachyzephalie" bei Hunden quantifizieren lässt. Je größer der CFR, desto größer ist die Nasenlänge im Vergleich zur Schädellänge. Als Referenz: Das kraniofaziale Verhältnis eines Wolfes beträgt 1,0. Hunde mit einem CFR von 0,5 und mehr gelten für dieses Merkmal als gut, Hunde mit einem CFR von 0,3 bis 0,5 als zufriedenstellend und Hunde mit einem CFR von weniger als 0,3 (//"extreem brachycephaal"//) als unzureichend. <imgcaption label2|Definition der Brachycephalie beim Hund gemäß dem Gesetz der Niederlande Nr. WJZ/19230636 vom 17.08.2023>{{ krankheiten:brachycephalie:dog_brachycephal.png?250}}</imgcaption>Am 24.08.2023 wurde ein Gesetz des Ministeriums für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität des Königreichs der Niederlande((Beleidsregel van de Minister van Landbouw, Natuur en Voedselkwaliteit van 17 augustus 2023, nr. WJZ/ 19230636, houdende regels over de toepassing van artikel 3.4, eerste en tweede lid, van het Besluit houders van dieren op honden (Beleidsregel brachycephale honden). Staatscourant 2023, 23619. https://zoek.officielebekendmakingen.nl/stcrt-2023-23619.html#)) veröffentlicht, in dem ein "kraniofaziales Verhältnis" für die Zucht von Hunden Anwendung findet. Definiert ist es als Quotient der Länge der Nase des Hundes, gemessen von der Nasenspitze bis zum "Stop", geteilt durch die Länge des Schädels des Hundes, gemessen vom "Stop" bis zum Hinterhauptbein (siehe <imgref label2>). Es darf nicht mit Hunden gezüchtet werden, wenn ein Tier eine relative Nasenverkürzung mit einem kraniofazialen Verhältnis von weniger als 0,3 aufweist. Die relative Nasenverkürzung, die auch als "kraniofaziale Ratio" (CFR) bezeichnet wird, ist eine Zahl, mit der sich der Schweregrad einer "Brachyzephalie" bei Hunden quantifizieren lässt. Je größer der CFR, desto größer ist die Nasenlänge im Vergleich zur Schädellänge. Als Referenz: Das kraniofaziale Verhältnis eines Wolfes beträgt 1,0. Hunde mit einem CFR von 0,5 und mehr gelten für dieses Merkmal als gut, Hunde mit einem CFR von 0,3 bis 0,5 als zufriedenstellend und Hunde mit einem CFR von weniger als 0,3 (//"extreem brachycephaal"//) als unzureichend.
 ==== Kaninchen ==== ==== Kaninchen ====
-<imgcaption label3|Gesichts- und Hirnschädel des Kaninchens>{{ krankheiten:brachycephalie:gesicht_hirn_schaedel.png?250}}</imgcaption> In <imgref label3> ist die Aufteilung des [[anatomie:schaedel|Schädels]] eines Kaninchens in Hirn- und Gesichtsschädel des Kaninchens dargestellt. Im Gegensatz zu Katzen und Hunden verfügen Kaninchen als Pflanzenfresser im Ober- und Unterkiefer jeweils über einen zahnlosen Bereich, der "Diastema" genannt wird. Dort befinden sich bei Fleischfressern die Fang-/Eckzähne. Katzen gelten unstrittig als Fleischfresser, ebenso Wölfe als Vorfahren der Hunde. Die domestizierte Form des Wolfes hat allerdings einige, genetisch nachweisbare Anpassungen an die Nahrung des Menschen erfahren((Bosch, G., Hagen-Plantinga, E. A., & Hendriks, W. H. 2015. Dietary nutrient profiles of wild wolves: insights for optimal dog nutrition?. British Journal of Nutrition, 113(S1), 40-54.)) und könnte heute auch als "Allesfresser" bezeichnet werden.+<imgcaption label3|Gesichts- und Hirnschädel des Kaninchens>{{ krankheiten:brachycephalie:gesicht_hirn_schaedel.png?250}}</imgcaption> In <imgref label3> ist die Aufteilung des [[anatomie:schaedel|Schädels]] eines Kaninchens in Hirn- und Gesichtsschädel dargestellt. Im Gegensatz zu Katzen und Hunden verfügen Kaninchen als Pflanzenfresser im Ober- und Unterkiefer jeweils über einen zahnlosen Bereich, der "Diastema" genannt wird. Dort befinden sich bei Fleischfressern die Fang-/Eckzähne. Katzen gelten unstrittig als Fleischfresser, ebenso Wölfe als Vorfahren der Hunde. Die domestizierte Form des Wolfes hat allerdings einige, genetisch nachweisbare Anpassungen an die Nahrung des Menschen erfahren((Bosch, G., Hagen-Plantinga, E. A., & Hendriks, W. H. 2015. Dietary nutrient profiles of wild wolves: insights for optimal dog nutrition?. British Journal of Nutrition, 113(S1), 40-54.)) und könnte heute auch als "Allesfresser" bezeichnet werden.
  
-Es gibt eine sehr große Fülle an Literatur zu Themen wie "Kurz-/Rundköpfigkeit" und "Zwergwuchs", in der bestimmte Kaninchenrassen als "brachyzephal" bezeichnet werden, allerdings existiert in keiner ein Verweis auf einen schlüssigen Nachweis bzw. eine Evidenz für die Behauptungen. Insbesondere die Verbindung eines "Zwergwuchses", "Brachyzephalie" und "[[krankheiten:zahnfehler#Angeborene Zahnfehler|Brachygnathia]]" wird auch in jüngster Literatur häufig erwähnt, obwohl bekannt ist, dass keine genetische Verknüpfung zwischen diesen existiert.+Es gibt eine sehr große Fülle an Literatur zu Themen wie "Kurz-/Rundköpfigkeit" und "Zwergwuchs", in der bestimmte Kaninchenrassen als "brachyzephal" bezeichnet werden, allerdings existiert in keiner ein Verweis auf einen schlüssigen Nachweis bzw. eine [[evidenz|Evidenz]] für die Behauptungen. Insbesondere die Verbindung eines "Zwergwuchses", "Brachyzephalie" und "[[krankheiten:zahnfehler#Angeborene Zahnfehler|Brachygnathia]]" wird auch in jüngster Literatur häufig erwähnt, obwohl bekannt ist, dass keine genetische Verknüpfung zwischen diesen existiert.
  
 Eine konkrete Definition für die Brachyzephalie bei Kaninchen existiert nicht, eine Zuordnung erfolgt subjektiv. (Siehe auch: Review von Cressy //et al//., 2025((Cressy, H., Nishigaki, A., Gage, M. C., & Previdelli, R. L. 2025. Rethinking brachycephaly: Anatomical implications and health considerations in lagomorphs. The Anatomical Record.)).) Eine konkrete Definition für die Brachyzephalie bei Kaninchen existiert nicht, eine Zuordnung erfolgt subjektiv. (Siehe auch: Review von Cressy //et al//., 2025((Cressy, H., Nishigaki, A., Gage, M. C., & Previdelli, R. L. 2025. Rethinking brachycephaly: Anatomical implications and health considerations in lagomorphs. The Anatomical Record.)).)
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 Fiorello & German, 1997((Fiorello, C. V., & German, R. Z. 1997. Heterochrony within species: craniofacial growth in giant, standard, and dwarf rabbits. Evolution, 51(1), 250-261.)) untersuchten morphologische Unterschiede der Schädel im Wachstum von drei verschiedenen Kaninchenrassen: "Flemish Giant" (entspricht Deutsche Riesen), "New Zealand White" (Weiße Neuseeländer) und "Netherland Dwarf" (entspricht Farbenzwergen). In dieser Arbeit unterschied sich das endgültige oder adulte Verhältnis der vorderen zur hinteren Schädellänge nicht signifikant zwischen den Weißen Neuseeländern und den Riesenkaninchen. Es gab auch keinen signifikanten Unterschied in der Skalierung (Proportionen) während des Wachstums zwischen diesen beiden Rassen. Die Zwergkaninchen hingegen wiesen etwas andere Proportionen auf als die Weißen Neuseeländer. Ihre Vorderschädel waren sowohl im Erwachsenenalter als auch während des Wachstums relativ kürzer. Obwohl der vordere Teil des Schädels bei allen Rassen absolut schneller wuchs als der hintere Teil, wuchs der vordere Teil bei den Zwergkaninchen relativ langsamer als bei den Weißen Neuseeländern. Das gleiche Muster zeigte sich bei den beiden anderen Beziehungen, die den vorderen Schädel betreffen. Sowohl die Vergleiche anhand der adulten Proportionen als auch die ontogenetischen Beziehungen deuten darauf hin, dass die Vorderschädel der Zwerge breiter waren als die der Weißen Neuseeländer, sowohl in Bezug auf die gesamte Schädellänge als auch auf die Länge des Vorderschädels. In Bezug auf den hinteren Schädel sind die Zwergkaninchen "proportionierte Zwerge"; sie sind verkleinerte Weiße Neuseeländer und ähneln jugendlichen Weiße Neuseeländer. Sie durchlaufen dieselbe Wachstumskurve wie diese, aber sie hörten an einem früheren Punkt dieser Kurve auf. Dies galt nicht für den vorderen Schädel. Die Zwerge haben im Vergleich zu den Weiße Neuseeländern ein relativ kürzeres und breiteres Gesicht, was für alle untersuchten Verhältnisse zutraf. Das Wachstum der Zwergkaninchen hat nicht einfach an einem früheren Punkt der Entwicklung aufgehört, sondern die Veränderung war viel tiefgreifender. Die Schädelbreite der Zwerge wuchs relativ schneller als die der Weiße Neuseeländer. Die Zwergkaninchen waren keine "proportionierten Zwerge" im Hinblick auf den vorderen Schädel, aber sie ähnelten jugendlichen Weiße Neuseeländern. Es ist möglich, dass diese Ähnlichkeit mit jugendlichen Kaninchen normaler Größe ein künstlich ausgewähltes Merkmal ist, da die Züchter bestrebt sind, "niedlichere" Tiere zu züchten, die als Haustiere begehrter sind. Der vordere Schädel ist also der Ort, an dem die tiefgreifendsten Formunterschiede zwischen den Weiße Neuseeländern und den Zwergkaninchen auftreten.  Fiorello & German, 1997((Fiorello, C. V., & German, R. Z. 1997. Heterochrony within species: craniofacial growth in giant, standard, and dwarf rabbits. Evolution, 51(1), 250-261.)) untersuchten morphologische Unterschiede der Schädel im Wachstum von drei verschiedenen Kaninchenrassen: "Flemish Giant" (entspricht Deutsche Riesen), "New Zealand White" (Weiße Neuseeländer) und "Netherland Dwarf" (entspricht Farbenzwergen). In dieser Arbeit unterschied sich das endgültige oder adulte Verhältnis der vorderen zur hinteren Schädellänge nicht signifikant zwischen den Weißen Neuseeländern und den Riesenkaninchen. Es gab auch keinen signifikanten Unterschied in der Skalierung (Proportionen) während des Wachstums zwischen diesen beiden Rassen. Die Zwergkaninchen hingegen wiesen etwas andere Proportionen auf als die Weißen Neuseeländer. Ihre Vorderschädel waren sowohl im Erwachsenenalter als auch während des Wachstums relativ kürzer. Obwohl der vordere Teil des Schädels bei allen Rassen absolut schneller wuchs als der hintere Teil, wuchs der vordere Teil bei den Zwergkaninchen relativ langsamer als bei den Weißen Neuseeländern. Das gleiche Muster zeigte sich bei den beiden anderen Beziehungen, die den vorderen Schädel betreffen. Sowohl die Vergleiche anhand der adulten Proportionen als auch die ontogenetischen Beziehungen deuten darauf hin, dass die Vorderschädel der Zwerge breiter waren als die der Weißen Neuseeländer, sowohl in Bezug auf die gesamte Schädellänge als auch auf die Länge des Vorderschädels. In Bezug auf den hinteren Schädel sind die Zwergkaninchen "proportionierte Zwerge"; sie sind verkleinerte Weiße Neuseeländer und ähneln jugendlichen Weiße Neuseeländer. Sie durchlaufen dieselbe Wachstumskurve wie diese, aber sie hörten an einem früheren Punkt dieser Kurve auf. Dies galt nicht für den vorderen Schädel. Die Zwerge haben im Vergleich zu den Weiße Neuseeländern ein relativ kürzeres und breiteres Gesicht, was für alle untersuchten Verhältnisse zutraf. Das Wachstum der Zwergkaninchen hat nicht einfach an einem früheren Punkt der Entwicklung aufgehört, sondern die Veränderung war viel tiefgreifender. Die Schädelbreite der Zwerge wuchs relativ schneller als die der Weiße Neuseeländer. Die Zwergkaninchen waren keine "proportionierten Zwerge" im Hinblick auf den vorderen Schädel, aber sie ähnelten jugendlichen Weiße Neuseeländern. Es ist möglich, dass diese Ähnlichkeit mit jugendlichen Kaninchen normaler Größe ein künstlich ausgewähltes Merkmal ist, da die Züchter bestrebt sind, "niedlichere" Tiere zu züchten, die als Haustiere begehrter sind. Der vordere Schädel ist also der Ort, an dem die tiefgreifendsten Formunterschiede zwischen den Weiße Neuseeländern und den Zwergkaninchen auftreten. 
  
-In Fontanesi, 2021((Fontanesi, L. 2021. The genetics and genomics of the rabbit. Wallingford, Oxfordshire ; Boston, MA : CAB International. ISBN: 9-781-78064-3342.)) heißt es zu Kopfformen des Kaninchens: //"Skull shape variability is evident comparing different breeds. In particular, Lop breeds have a typical short skull morphology, resembling brachycephaly, which increases the risk of dental problems (Böhmer and Böhmer, 2017)((Böhmer, C., & Böhmer, E. 2017. Shape variation in the craniomandibular system and prevalence of dental problems in domestic rabbits: a case study in evolutionary veterinary science. Veterinary sciences, 4(1), 5. https://doi.org/10.3390/vetsci4010005)). General skull form was studied by Suchalla (1943)((Suchalla, H. 1943. Variabilität und Erblichkeit von Schädelmerkmalen bei Zwerg-und Riesenrassen; dargestellt an Hermelin-und Widderkaninchen. Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie, (H. 2/3), 274-333.)) by analyzing Fl, F2 and backcrossed rabbits obtained by crossing parental animals of a small breed and of a lop-eared large breed. Heredity of 27 measured skull traits was typically polygenic with complex interactions between the different parts of the skull."// \\ +In Fontanesi, 2021((Fontanesi, L. 2021. The genetics and genomics of the rabbit. Wallingford, Oxfordshire ; Boston, MA : CAB International. ISBN: 9-781-78064-3342.)) heißt es zu Kopfformen des Kaninchens: //"Skull shape variability is evident comparing different breeds. In particular, Lop breeds have a typical short skull morphology, resembling brachycephaly, which increases the risk of dental problems (Böhmer and Böhmer, 2017)((Böhmer, C., & Böhmer, E. 2017. Shape variation in the craniomandibular system and prevalence of dental problems in domestic rabbits: a case study in evolutionary veterinary science. Veterinary sciences, 4(1), 5. https://doi.org/10.3390/vetsci4010005)). General skull form was studied by Suchalla (1943)((Suchalla, H. 1943. Variabilität und Erblichkeit von Schädelmerkmalen bei Zwerg-und Riesenrassen; dargestellt an Hermelin-und Widderkaninchen. Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie, (H. 2/3), 274-333.)) by analyzing Fl, F2 and backcrossed rabbits obtained by crossing parental animals of a small breed and of a lop-eared large breed. Heredity of 27 measured skull traits was typically polygenic with complex interactions between the different parts of the skull."//\\ 
  
-In der erwähnten Arbeit von Böhmer und Böhmer, 2017((Böhmer, C., & Böhmer, E. 2017. Shape variation in the craniomandibular system and prevalence of dental problems in domestic rabbits: a case study in evolutionary veterinary science. Veterinary sciences, 4(1), 5. https://doi.org/10.3390/vetsci4010005)) wurden die Schädel von 12 Wildkaninchen und 12 Hauskaninchen unbekannter Rasse miteinander verglichen Widderkaninchen (//Lop-breed//) wurden in der gesamten Arbeit nicht erwähnt. In Bezug auf kurze Köpfe wurde von Böhmer, 2017 angemerkt: //"In accordance with the breeding for "cuteness" (concept of baby schema, "[[kindchenschema|Kindchenschema"]]), the present analysis reveals that the skull shape is generally more quadratic in domestic rabbits, whereas wild rabbits tend to have a long and flat skull."// Die Feststellung ist etwas widersprüchlich, weil Kaninchen nicht generell wegen eines "baby schema, "Kindchenschema" gezüchtet wurden, sondern ursprünglich als Nutztiere (Fleisch, Fell). Zudem fehlt eine Rassezuordnung in der Arbeit. Die Rassezuchtkaninchen von früher existieren heute noch, Tiere mit extremen Ausprägungen eines Phänotyps stammen in der Regel aus unkontrollierten Vermehrungs- oder Hobbyzuchten. Weiter hieß es in der Arbeit: //"On the one hand, selective breeding for extremely short crania in dwarf rabbits is sometimes accompanied with the occurrence of extremely short skulls (brachygnathic rabbits with a shorter maxillary diastema and secondary congenital incisor malocclusion). On the other hand, it has been proven that diet has a significant influence on skull morphology as well (phenotypic plasticity)."//((Böhmer, C., & Böhmer, E. 2017. Shape variation in the craniomandibular system and prevalence of dental problems in domestic rabbits: a case study in evolutionary veterinary science. Veterinary sciences, 4(1), 5. https://doi.org/10.3390/vetsci4010005)) Die Zucht auf kurze Schädel hat beim Kaninchen nichts mit der [[krankheiten:zahnfehler#Angeborene Zahnfehler|Brachygnathia superior]] zu tun, weil kein genetischer Link bzw. eine Verknüpfung zwischen "Brachycephalie" und "Brachygnathia" gibt. Die "Brachygnathia" verursacht eine Verkürzung des Diastemas, woraus eine Verkürzung des Schädels folgt.((Fox, R. R. & Crary, D. D. 1971. Mandibular Prognathism in the Rabbit: Genetic studies. Journal of Heredity, 62(1), 23-27.))((Fox, R. R. 1994. Taxonomy and Genetics. In: Manning, P. J.; Ringler, D. H. & Newcomer, C. E. (Eds): The Biology of the Laboratory Rabbit. 2nd. Ed. San Diego : Academic Press. ISBN: 0124692354. S. 1-26.)) In der angeführten Arbeit von Suchalla, 1943((Suchalla, H. 1943. Variabilität und Erblichkeit von Schädelmerkmalen bei Zwerg-und Riesenrassen; dargestellt an Hermelin-und Widderkaninchen. Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie, (H. 2/3), 274-333.)) wurden Ergebnisse der Arbeit auszugsweise folgendermaßen zusammengefasst: //"Innerhalb der Familie der Leporiden herrscht das Prinzip gleicher kraniologischer Unterschiede zwischen Arten und Rassen. Charakteristische Hermelinschädelformen resultieren aus einem Symptomenkomplex, dessen Einzelwirkungen auf Zwergwuchs- und Kraniosynostose-Faktoren zurückgeführt werden. Widderschädel zeichnen sich durch eine relativ einheitliche Formgebung aus. Die Sagittalumrissformen beider Rassen werden in der Bastardierung kombiniert bzw. gesprengt. Komplexe Vererbung einerseits und Spaltung sagittaler Umrissformen andererseits dürfte die wahrscheinlichste der morphologischen Befunde an Bastardschädelumrissen sein."//+In der erwähnten Arbeit von Böhmer und Böhmer, 2017((Böhmer, C., & Böhmer, E. 2017. Shape variation in the craniomandibular system and prevalence of dental problems in domestic rabbits: a case study in evolutionary veterinary science. Veterinary sciences, 4(1), 5. https://doi.org/10.3390/vetsci4010005)) wurden die Schädel von 12 Wildkaninchen und 12 Hauskaninchen unbekannter Rasse miteinander verglichen − Widderkaninchen (//Lop-breed//) wurden in der gesamten Arbeit nicht erwähnt. In Bezug auf kurze Köpfe wurde von Böhmer, 2017 angemerkt: //"In accordance with the breeding for "cuteness" (concept of baby schema, [[kindchenschema|Kindchenschema]]), the present analysis reveals that the skull shape is generally more quadratic in domestic rabbits, whereas wild rabbits tend to have a long and flat skull."//Die Feststellung ist etwas widersprüchlich, weil Kaninchen nicht generell wegen eines "baby schema, Kindchenschema" gezüchtet wurden, sondern ursprünglich als Nutztiere (Fleisch, Fell). Zudem fehlt eine Rassezuordnung in der Arbeit. Die Rassezuchtkaninchen von früher existieren heute noch, Tiere mit extremen Ausprägungen eines Phänotyps stammen in der Regel aus unkontrollierten Vermehrungs- oder Hobbyzuchten. Weiter hieß es in der Arbeit: //"On the one hand, selective breeding for extremely short crania in dwarf rabbits is sometimes accompanied with the occurrence of extremely short skulls (brachygnathic rabbits with a shorter maxillary diastema and secondary congenital incisor malocclusion). On the other hand, it has been proven that diet has a significant influence on skull morphology as well (phenotypic plasticity)."//.((Böhmer, C., & Böhmer, E. 2017. Shape variation in the craniomandibular system and prevalence of dental problems in domestic rabbits: a case study in evolutionary veterinary science. Veterinary sciences, 4(1), 5. https://doi.org/10.3390/vetsci4010005)) Die Zucht auf kurze Schädel hat beim Kaninchen nichts mit der [[krankheiten:zahnfehler#Angeborene Zahnfehler|Brachygnathia superior]] zu tun, weil kein genetischer Link bzw. eine Verknüpfung zwischen "Brachycephalie" und "Brachygnathia" gibt. Die "Brachygnathia" verursacht eine Verkürzung des Diastemas, woraus eine Verkürzung des Schädels folgt.((Fox, R. R. & Crary, D. D. 1971. Mandibular Prognathism in the Rabbit: Genetic studies. Journal of Heredity, 62(1), 23-27.))((Fox, R. R. 1994. Taxonomy and Genetics. In: Manning, P. J.; Ringler, D. H. & Newcomer, C. E. (Eds): The Biology of the Laboratory Rabbit. 2nd. Ed. San Diego : Academic Press. ISBN: 0124692354. S. 1-26.)) In der angeführten Arbeit von Suchalla, 1943((Suchalla, H. 1943. Variabilität und Erblichkeit von Schädelmerkmalen bei Zwerg-und Riesenrassen; dargestellt an Hermelin-und Widderkaninchen. Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie, (H. 2/3), 274-333.)) wurden Ergebnisse der Arbeit auszugsweise folgendermaßen zusammengefasst: //"Innerhalb der Familie der Leporiden herrscht das Prinzip gleicher kraniologischer Unterschiede zwischen Arten und Rassen. Charakteristische Hermelinschädelformen resultieren aus einem Symptomenkomplex, dessen Einzelwirkungen auf Zwergwuchs- und Kraniosynostose-Faktoren zurückgeführt werden. Widderschädel zeichnen sich durch eine relativ einheitliche Formgebung aus. Die Sagittalumrissformen beider Rassen werden in der Bastardierung kombiniert bzw. gesprengt. Komplexe Vererbung einerseits und Spaltung sagittaler Umrissformen andererseits dürfte die wahrscheinlichste der morphologischen Befunde an Bastardschädelumrissen sein."//.
  
-Nach Geiger et al., 2021((Geiger, M., Schoenebeck, J. J., Schneider, R. A., Schmidt, M. J., Fischer, M. S., & Sánchez-Villagra, M. R. 2021. Exceptional changes in skeletal anatomy under domestication: The case of brachycephaly. Integrative Organismal Biology, 3(1), obab023. https://doi.org/10.1093/iob/obab023)) gelten drei Glires-Arten als alte Haustiere: die Hausmaus (//Mus musculus//; Linnaeus, 1758 f. domestica), das Meerschweinchen (//Cavia aperea//; Erxleben, 1777 f. porcellus) und das Kaninchen (//Oryctolagus cuniculus//; Linnaeus, 1758 f. domestica). Nur bei bestimmten Stämmen, Varietäten und Rassen von Kaninchen sei ein verlängerter Unterkiefer eine relativ häufig auftretende Fehlbildung, die zu Zahnfehlstellungen führt, während dieser Zustand bei Meerschweinchen gelegentlich aufzutreten scheint (der "verlängerte Unterkiefer ist nicht korrekt, weil tatsächlich der Oberkiefer auf Grund eines verzögerten Wachstums verkürzt ist). Die kleinsten unter den Hauskaninchenrassen wiesen eine kurze Schnauze im Verhältnis zum Hirngehäuse auf und könnten **wahrscheinlich** aufgrund ihrer im Vergleich zu größeren Formen relativ kurzen Schnauze als "brachyzephal" eingestuft werden, während das Hirngehäuse proportional zur Größe wächst ("allometrische Brachyzephalie"). Zu beachten sei, dass es **keine** Studie gibt, die diesen Zwergrassen explizit den Begriff "brachyzephal" zuordnet: //"Note that there has been no study explicitly assigning the term “brachycephalic” to these dwarf breeds."//. Eine insgesamt relativ kurze Schnauze unterscheidet sich von der "[[krankheiten:zahnfehler#Angeborene Zahnfehler|Brachygnathia]]", d. h. einer überproportionalen Verkürzung des Oberkiefers im Verhältnis zum Unterkiefer, die allgemein als Pathologie bei Hauskaninchen angesehen werde und **kein anerkanntes Merkmal einer Kaninchenrasse** ist. Allerdings würden hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) "[[:hauskaninchen:zwergkaninchen|Zwergkaninchen]]" mit weniger als 1,5 kg Körpergewicht und etwa 3,5 cm Ohrlänge als anfällig für //Brachygnathia superior// beschrieben, die als Synonym für "Brachyzephalie" angesehen werde. Zu den Zwergkaninchenrassen gehörten z. B. Polnische und Niederländische Zwergkaninchen. Eine überproportionale Verkürzung des Oberkiefers wurde jedoch auch bei einigen Stämmen verschiedener (nicht nur Zwerg-) Kaninchenrassen im Labor festgestellt. Obwohl gezeigt wurde, dass der Winkel zwischen Gesicht und Hirnschale bei Hauskaninchen variabel ist, zeichneten sich Kaninchen im Allgemeinen durch "Klinorhynchie" aus und dem Wissen der Autoren nach wurden "Airorhynchy" oder "Katantognathie" bei keiner Kaninchenart oder -rasse berichtet. In einer Liste alter domestizierter Arten, bei denen Rassen/Varietäten mit stark verkürzter Schnauze bekannt sei und bei denen ein solcher Phänotyp nicht nur gelegentlich auftrete, wurden folgende folgende Zwergkaninchenrassen aufgeführt:+Nach Geiger et al., 2021((Geiger, M., Schoenebeck, J. J., Schneider, R. A., Schmidt, M. J., Fischer, M. S., & Sánchez-Villagra, M. R. 2021. Exceptional changes in skeletal anatomy under domestication: The case of brachycephaly. Integrative Organismal Biology, 3(1), obab023. https://doi.org/10.1093/iob/obab023)) gelten drei Glires-Arten als alte Haustiere: die Hausmaus (//Mus musculus//; Linnaeus, 1758 f. domestica), das Meerschweinchen (//Cavia aperea//; Erxleben, 1777 f. porcellus) und das Kaninchen (//Oryctolagus cuniculus//; Linnaeus, 1758 f. domestica). Nur bei bestimmten Stämmen, Varietäten und Rassen von Kaninchen sei ein verlängerter Unterkiefer eine relativ häufig auftretende Fehlbildung, die zu Zahnfehlstellungen führt, während dieser Zustand bei Meerschweinchen gelegentlich aufzutreten scheint(Der "verlängerte Unterkieferist nicht korrekt, weil tatsächlich der Oberkiefer auf Grund eines verzögerten Wachstums verkürzt ist.Die kleinsten unter den Hauskaninchenrassen wiesen eine kurze Schnauze im Verhältnis zum Hirngehäuse auf und könnten **wahrscheinlich** aufgrund ihrer im Vergleich zu größeren Formen relativ kurzen Schnauze als "brachyzephal" eingestuft werden, während das Hirngehäuse proportional zur Größe wächst ("allometrische Brachyzephalie"). Zu beachten sei, dass es **keine** Studie gibt, die diesen Zwergrassen explizit den Begriff "brachyzephal" zuordnet: //"Note that there has been no study explicitly assigning the term “brachycephalic” to these dwarf breeds."//. Eine insgesamt relativ kurze Schnauze unterscheidet sich von der "[[krankheiten:zahnfehler#Angeborene Zahnfehler|Brachygnathia]]", d. h. einer überproportionalen Verkürzung des Oberkiefers im Verhältnis zum Unterkiefer, die allgemein als Pathologie bei Hauskaninchen angesehen werde und **kein anerkanntes Merkmal einer Kaninchenrasse** ist. Allerdings würden hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) "[[:hauskaninchen:zwergkaninchen|Zwergkaninchen]]" mit weniger als 1,5 kg Körpergewicht und etwa 3,5 cm Ohrlänge als anfällig für //Brachygnathia superior// beschrieben, die als Synonym für "Brachyzephalie" angesehen werde. Zu den Zwergkaninchenrassen gehörten z. B. Polnische und Niederländische Zwergkaninchen. Eine überproportionale Verkürzung des Oberkiefers wurde jedoch auch bei einigen Stämmen verschiedener (nicht nur Zwerg-) Kaninchenrassen im Labor festgestellt. Obwohl gezeigt wurde, dass der Winkel zwischen Gesicht und Hirnschale bei Hauskaninchen variabel ist, zeichneten sich Kaninchen im Allgemeinen durch "Klinorhynchie" aus und dem Wissen der Autoren nach wurden "Airorhynchy" oder "Katantognathie" bei keiner Kaninchenart oder -rasse berichtet. In einer Liste alter domestizierter Arten, bei denen Rassen/Varietäten mit stark verkürzter Schnauze bekannt sei und bei denen ein solcher Phänotyp nicht nur gelegentlich auftrete, wurden folgende Zwergkaninchenrassen aufgeführt:
   * //Polish// (Hermelin) \\    * //Polish// (Hermelin) \\ 
   * //Netherland Dwarf// \\    * //Netherland Dwarf// \\ 
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   * //“Dwarf fox”// (Fuchszwerg).\\    * //“Dwarf fox”// (Fuchszwerg).\\ 
  
-(Anmerkung: als typische Zwergkaninchen gelten solche mit einem Körpergewicht von weniger als 1,00 kg((Carneiro, M., Hu, D., Archer, J., Feng, C., Afonso, S., Chen, C., ... & Andersson, L. (2017). Dwarfism and altered craniofacial development in rabbits is caused by a 12.1 kb deletion at the HMGA2 locus. Genetics, 205(2), 955-965. https://doi.org/10.1534/genetics.116.196667)).)+(Anmerkung: als typische Zwergkaninchen gelten solche mit einem Körpergewicht von weniger als 1 kg.((Carneiro, M., Hu, D., Archer, J., Feng, C., Afonso, S., Chen, C., ... & Andersson, L. (2017). Dwarfism and altered craniofacial development in rabbits is caused by a 12.1 kb deletion at the HMGA2 locus. Genetics, 205(2), 955-965. https://doi.org/10.1534/genetics.116.196667)))
  
 Anhand der Vermessungen von CT-Aufnahmen einer Stichprobe von Wildkaninchen und Rassekaninchen ("Klein Chinchilla", "Hermelin", "Schwarzloh", "Holländer", "Russe" und "Angora") wurde von Geiger et al., 2022((Geiger, M., Sánchez‐Villagra, M. R., & Sherratt, E. 2022. Cranial shape variation in domestication: A pilot study on the case of rabbits. Journal of Experimental Zoology Part B: Molecular and Developmental Evolution, 338(8), 532-541.)) festgestellt, dass bei den Hauskaninchen die Abmessungen des Gehirns bei kleinen Kaninchen überproportional groß waren, während die Gesichtslänge proportional zur Körpergröße skalierte. Dieses Muster war besonders auffällig bei der kleinsten der untersuchten Rassen, den Hermelin-Kaninchen. Dieses Skalierungsmuster würde zu ähnlichen Veränderungen der Schädelproportionen beitragen, wie sie bereits beschrieben wurden((Fiorello, C. V., & German, R. Z. 1997. Heterochrony within species: craniofacial growth in giant, standard, and dwarf rabbits. Evolution, 51(1), 250-261.)). Obwohl diese Skalierungsbeziehungen bei kleinen Hauskaninchen zu relativ kurzen Hirnschädeln führen (und damit zu einem Muster, das als "allometrische" Brachyzephalie beschrieben werden könnte), scheint dies lediglich das Ergebnis einer negativ allometrischen Skalierung des Hirnschädels zu sein.((Geiger, M., Schoenebeck, J. J., Schneider, R. A., Schmidt, M. J., Fischer, M. S., & Sánchez-Villagra, M. R. 2021. Exceptional changes in skeletal anatomy under domestication: The case of brachycephaly. Integrative Organismal Biology, 3(1), obab023. https://doi.org/10.1093/iob/obab023))\\  Anhand der Vermessungen von CT-Aufnahmen einer Stichprobe von Wildkaninchen und Rassekaninchen ("Klein Chinchilla", "Hermelin", "Schwarzloh", "Holländer", "Russe" und "Angora") wurde von Geiger et al., 2022((Geiger, M., Sánchez‐Villagra, M. R., & Sherratt, E. 2022. Cranial shape variation in domestication: A pilot study on the case of rabbits. Journal of Experimental Zoology Part B: Molecular and Developmental Evolution, 338(8), 532-541.)) festgestellt, dass bei den Hauskaninchen die Abmessungen des Gehirns bei kleinen Kaninchen überproportional groß waren, während die Gesichtslänge proportional zur Körpergröße skalierte. Dieses Muster war besonders auffällig bei der kleinsten der untersuchten Rassen, den Hermelin-Kaninchen. Dieses Skalierungsmuster würde zu ähnlichen Veränderungen der Schädelproportionen beitragen, wie sie bereits beschrieben wurden((Fiorello, C. V., & German, R. Z. 1997. Heterochrony within species: craniofacial growth in giant, standard, and dwarf rabbits. Evolution, 51(1), 250-261.)). Obwohl diese Skalierungsbeziehungen bei kleinen Hauskaninchen zu relativ kurzen Hirnschädeln führen (und damit zu einem Muster, das als "allometrische" Brachyzephalie beschrieben werden könnte), scheint dies lediglich das Ergebnis einer negativ allometrischen Skalierung des Hirnschädels zu sein.((Geiger, M., Schoenebeck, J. J., Schneider, R. A., Schmidt, M. J., Fischer, M. S., & Sánchez-Villagra, M. R. 2021. Exceptional changes in skeletal anatomy under domestication: The case of brachycephaly. Integrative Organismal Biology, 3(1), obab023. https://doi.org/10.1093/iob/obab023))\\ 
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 ===== Evidenzen ===== ===== Evidenzen =====
 ==== Stengel, 1958 ==== ==== Stengel, 1958 ====
-In der "Einleitung und Problemstellung" seiner Arbeit führte Stengel, 1958((Stengel, H. 1958. Gibt es eine "getrennte Vererbung von Zahn und Kiefer" bei der Kreuzung extrem großer Kaninchenrassen? Ein experimenteller Beitrag zum sogenannten "Disharmonienproblem". Zeitschrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie. Bd. 72; Heft 1-4. 255-285)) aus: //"Als ein typisches Beispiel für die falsche Auffassung vom Aufbau des Individuums sei die Anschauung von der getrennten Vererbung von Zahn und Kiefer" genannt, wie sie u. a. ABEL (1931, 1933) vertreten hat. Er meinte, daß bei der Kreuzung in der Größe stark verschiedener Menschenrassen, von Riesen und Zwergen, in den folgenden Generationen Disharmonien an Zahn und Kiefer auftreten, indem sich mit einem Riesenkiefer Zwergzähne und umgekehrt mit einem Zwergkiefer Riesenzähne kombinieren können, wobei im ersten Falle die kleinen Zähne den Kiefer nicht auszufüllen vermögen, im zweiten Falle die großen Zähne im Kiefer keinen Platz finden würden. Dieser Meinung liegt eine falsche Vorstellung von der Vererbung des Merkmals zugrunde, denn es wird nicht ein bestimmtes Merkmal vererbt, sondern eine bestimmte Reaktionsnorm, die genabhängig ist. Außerdem werden die korrelativen Beziehungen der Gene und der Merkmale sowie die Milieuwirkungen vollständig vergessen."//+In der "Einleitung und Problemstellung" seiner Arbeit führte Stengel, 1958((Stengel, H. 1958. Gibt es eine "getrennte Vererbung von Zahn und Kiefer" bei der Kreuzung extrem großer Kaninchenrassen? Ein experimenteller Beitrag zum sogenannten "Disharmonienproblem". Zeitschrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie. Bd. 72; Heft 1-4. 255-285)) aus: //"Als ein typisches Beispiel für die falsche Auffassung vom Aufbau des Individuums sei die Anschauung von der "getrennten Vererbung von Zahn und Kiefer" genannt, wie sie u. a. ABEL (1931, 1933) vertreten hat. Er meinte, daß bei der Kreuzung in der Größe stark verschiedener Menschenrassen, von Riesen und Zwergen, in den folgenden Generationen Disharmonien an Zahn und Kiefer auftreten, indem sich mit einem Riesenkiefer Zwergzähne und umgekehrt mit einem Zwergkiefer Riesenzähne kombinieren können, wobei im ersten Falle die kleinen Zähne den Kiefer nicht auszufüllen vermögen, im zweiten Falle die großen Zähne im Kiefer keinen Platz finden würden. Dieser Meinung liegt eine falsche Vorstellung von der Vererbung des Merkmals zugrunde, denn es wird nicht ein bestimmtes Merkmal vererbt, sondern eine bestimmte Reaktionsnorm, die genabhängig ist. Außerdem werden die korrelativen Beziehungen der Gene und der Merkmale sowie die Milieuwirkungen vollständig vergessen."//
  
 Im Prinzip wurde schon 1958 etwas als "falsche Vorstellung" formuliert, was z. B. von der Tierärztin Dr. Ratsch, H., 2019((Ratsch, H. 2019. Anti-Qualzucht-Kampagne: „Das ist doch krank!“. wir-sind-tierarzt.de. Online, Abruf am 07.08.2022 von https://www.wir-sind-tierarzt.de/2019/10/anti-qualzucht-kampagne-tieraerztekammer-berlin/)) im Jahr 2019 wieder behauptet wurde. Im Prinzip wurde schon 1958 etwas als "falsche Vorstellung" formuliert, was z. B. von der Tierärztin Dr. Ratsch, H., 2019((Ratsch, H. 2019. Anti-Qualzucht-Kampagne: „Das ist doch krank!“. wir-sind-tierarzt.de. Online, Abruf am 07.08.2022 von https://www.wir-sind-tierarzt.de/2019/10/anti-qualzucht-kampagne-tieraerztekammer-berlin/)) im Jahr 2019 wieder behauptet wurde.
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   - //Um Mißverständnisse zu vermeiden, wird eine klare Definition von Anomalie und Disharmonie gefordert. Als Anomalien sollen alle ± pathologischen Entwicklungsstörungen genetischer oder peristatischer Natur bezeichnet werden, Während Disharmonien Folge von Bastardierungen sind. Disharmonien in diesem Sinne konnten am Zahn- und Kieferapparat von Bastarden extrem großer Kaninchenrassen nicht festgestellt werden.// \\   - //Um Mißverständnisse zu vermeiden, wird eine klare Definition von Anomalie und Disharmonie gefordert. Als Anomalien sollen alle ± pathologischen Entwicklungsstörungen genetischer oder peristatischer Natur bezeichnet werden, Während Disharmonien Folge von Bastardierungen sind. Disharmonien in diesem Sinne konnten am Zahn- und Kieferapparat von Bastarden extrem großer Kaninchenrassen nicht festgestellt werden.// \\
  
-Es wurde deutlich darauf hingewiesen, dass es bei Zuchtformen, die kleiner als Hermelinkaninchen sind, zu Problemen kommen könnte. Der Rassestandard des ZDRK((ZDRK, 2018. Bewertungsbestimmungen, Standard für die Beurteilung der Rassekaninchen und Exponate, Auflage 2018, Herausgeber: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V., Redaktionsleitung: Bernd Graf, Am Kirschgarten 62, 67434 Neustadt, Druck und Verarbeitung: HAGO Druck § Medien GmbH, 76307 Karlsbad, Vertrieb durch die Drucksachenverteilerstelle des ZDRK e.V.)) gibt für Hermelinkaninchen und Farbenzwerge ein Idealgewicht von 1,10-1,35 kg vor.\\ (Österreich: mindestens 1,10 kg, ideal 1,15-1,40 kg; ab 01.03.2026((Seeber, R., Mairinger, H., Koretic, A., Guggenberger, H. 2025. Zusatzbestimmungen zum Europastandard 2024 bezüglich Übertypisierung von Rassekaninchen. 7-8. In: Freude mit der Kleintierzucht. RÖK Fachzeitschrift. Dezember 2025.)))+Es wurde deutlich darauf hingewiesen, dass es bei Zuchtformen, die kleiner als Hermelinkaninchen sind, zu Problemen kommen könnte. Der Rassestandard des ZDRK((ZDRK, 2018. Bewertungsbestimmungen, Standard für die Beurteilung der Rassekaninchen und Exponate, Auflage 2018, Herausgeber: Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V., Redaktionsleitung: Bernd Graf, Am Kirschgarten 62, 67434 Neustadt, Druck und Verarbeitung: HAGO Druck § Medien GmbH, 76307 Karlsbad, Vertrieb durch die Drucksachenverteilerstelle des ZDRK e.V.)) gibt für Hermelinkaninchen und Farbenzwerge (Typ A) ein Idealgewicht von 1,10-1,35 kg vor.\\ (Österreich: mindestens 1,10 kg, ideal 1,15-1,40 kg; ab 01.03.2026((Seeber, R., Mairinger, H., Koretic, A., Guggenberger, H. 2025. Zusatzbestimmungen zum Europastandard 2024 bezüglich Übertypisierung von Rassekaninchen. 7-8. In: Freude mit der Kleintierzucht. RÖK Fachzeitschrift. Dezember 2025.)))
 ==== Fox & Crary, 1971 ==== ==== Fox & Crary, 1971 ====
 Fox & Crary, 1971((Fox, R. R. & Crary, D. D. 1971. Mandibular Prognathism in the Rabbit: Genetic studies. Journal of Heredity, 62(1), 23-27.)) untersuchten die Vererbung der [[krankheiten:zahnfehler#Angeborene Zahnfehler|Brachygnathia]], die sich als ein verringertes Wachstum des Oberkiefers äußerte: //"Preliminary observation on this population indicate that overall skull length and length of the maxillary diastema tend to be reduced with prognathism but that the mandible is relatively unchanged."// (Übersetzung: Vorläufige Beobachtungen an dieser Population deuten darauf hin, dass die Gesamtlänge des Schädels und die Länge des Oberkieferdiastemas bei Prognathie tendenziell abnehmen, der Unterkiefer jedoch relativ unverändert bleibt.) Das heißt, eine Verkürzung des Schädels im Zusammenhang mit "Brachygnathia" ist ein Ergebnis dieser Erkrankung und nicht ursächlich für sie.  Fox & Crary, 1971((Fox, R. R. & Crary, D. D. 1971. Mandibular Prognathism in the Rabbit: Genetic studies. Journal of Heredity, 62(1), 23-27.)) untersuchten die Vererbung der [[krankheiten:zahnfehler#Angeborene Zahnfehler|Brachygnathia]], die sich als ein verringertes Wachstum des Oberkiefers äußerte: //"Preliminary observation on this population indicate that overall skull length and length of the maxillary diastema tend to be reduced with prognathism but that the mandible is relatively unchanged."// (Übersetzung: Vorläufige Beobachtungen an dieser Population deuten darauf hin, dass die Gesamtlänge des Schädels und die Länge des Oberkieferdiastemas bei Prognathie tendenziell abnehmen, der Unterkiefer jedoch relativ unverändert bleibt.) Das heißt, eine Verkürzung des Schädels im Zusammenhang mit "Brachygnathia" ist ein Ergebnis dieser Erkrankung und nicht ursächlich für sie. 
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 |1|Wildkaninchen|Stehohrkaninchen (gesund)| |1|Wildkaninchen|Stehohrkaninchen (gesund)|
  
-Mit Abstand den höchsten Anteil an **zahngesunden** Tieren in dieser Untersuchung wiesen die Widderkaninchen auf, gefolgt von Hauskaninchen und Zwergkaninchen. Außerdem waren Widderkaninchen mit der geringsten Anzahl von Kieferabszessen vertreten.+Mit Abstand den höchsten Anteil an **zahngesunden** Tieren in dieser Untersuchung wiesen die Widderkaninchen auf, gefolgt von Hauskaninchen und Zwergkaninchen. Außerdem waren Widderkaninchen mit der geringsten Anzahl von [[krankheiten:abszesse#Kieferabszesse|Kieferabszessen]] vertreten.
  
 Als ein Ergebnis der Analysen wurde festgestellt: //"Die Vermutung, daß rundere Kopfformen, wie sie bei Zwerg- und Widderkaninchen rassetypisch sind, als Praedisposition für Zahn- und Kiefererkrankungen anzusehen sind, … kann damit vorliegend nicht bestätigt werden. Die Strecken und Winkel wurden in dieser Studie jedoch nicht nur für die unterschiedlichen Rassen, sondern auch ohne Rassenberücksichtigung für die einzelnen Untersuchungsgruppen miteinander verglichen: Auch hier fiel auf, daß die Meßwerte der jeweiligen Untersuchungsgruppen in sehr ähnlichen Grenzen blieben."// (S. 110). Ein weiteres Ergebnis mit angefügter Kritik der Methodik lautete: //"Von insgesamt 15 untersuchten Widderkaninchen wiesen nur fünf Tiere (33,3 %) Abszesse auf. Vier Widder (26,7 %) wurden zur Zahnbehandlung vorgestellt, die restlichen sechs Tiere (40 %) litten weder unter Zahn- noch Kiefererkrankungen. Dies steht im Gegensatz zu den Vermutungen von BROWN (1992) und DIVERS (1997), wonach sogenannte Hauskaninchen im Gegensatz zu Zwerg- und Widderkaninchen in deutlich geringerem Maße von Zahn- und Kiefererkrankungen betroffen sein müßten. Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch, daß die Patienten dieser Studie vorselektiert wurden: Es handelte sich um Kaninchen, die aufgrund von Inappetenz bzw. veränderter Freßgewohnheiten aufgefallen waren, so daß ein hoher Anteil an Zahn- und Kieferveränderungen zu erwarten war."// (S. 108) Als ein Ergebnis der Analysen wurde festgestellt: //"Die Vermutung, daß rundere Kopfformen, wie sie bei Zwerg- und Widderkaninchen rassetypisch sind, als Praedisposition für Zahn- und Kiefererkrankungen anzusehen sind, … kann damit vorliegend nicht bestätigt werden. Die Strecken und Winkel wurden in dieser Studie jedoch nicht nur für die unterschiedlichen Rassen, sondern auch ohne Rassenberücksichtigung für die einzelnen Untersuchungsgruppen miteinander verglichen: Auch hier fiel auf, daß die Meßwerte der jeweiligen Untersuchungsgruppen in sehr ähnlichen Grenzen blieben."// (S. 110). Ein weiteres Ergebnis mit angefügter Kritik der Methodik lautete: //"Von insgesamt 15 untersuchten Widderkaninchen wiesen nur fünf Tiere (33,3 %) Abszesse auf. Vier Widder (26,7 %) wurden zur Zahnbehandlung vorgestellt, die restlichen sechs Tiere (40 %) litten weder unter Zahn- noch Kiefererkrankungen. Dies steht im Gegensatz zu den Vermutungen von BROWN (1992) und DIVERS (1997), wonach sogenannte Hauskaninchen im Gegensatz zu Zwerg- und Widderkaninchen in deutlich geringerem Maße von Zahn- und Kiefererkrankungen betroffen sein müßten. Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch, daß die Patienten dieser Studie vorselektiert wurden: Es handelte sich um Kaninchen, die aufgrund von Inappetenz bzw. veränderter Freßgewohnheiten aufgefallen waren, so daß ein hoher Anteil an Zahn- und Kieferveränderungen zu erwarten war."// (S. 108)
 ==== Harcourt-Brown, 2006 ====   ==== Harcourt-Brown, 2006 ====  
-In einer Thesis von Harcourt-Brown, 2006((Harcourt-Brown, F. 2006. Metabolic bone disease as a possible cause of dental disease in pet rabbits. Thesis for Fellowship of Royal College of Veterinary Surgeon)) wurde als ein Beispiel für unbelegte, unstimmige Behauptungen eine Arbeit von David Crossley, aufgeführt: //"Genetic predisposition is cited as a cause of acquired dental diseases in pet rabbits, which is often attributed to head shape. For example, Meredith and Crossley (2002) say that 'the incidence of dental disease is low in rabbits with conformation similar to those in the wild but approaches 100% in extreme dwarf and lop breeds', although they do not cite a source of this information."// +In einer Thesis von Harcourt-Brown, 2006((Harcourt-Brown, F. 2006. Metabolic bone disease as a possible cause of dental disease in pet rabbits. Thesis for Fellowship of Royal College of Veterinary Surgeon)) wurde als ein Beispiel für unbelegte, unstimmige Behauptungen eine Arbeit von David Crossley, aufgeführt: //"Genetic predisposition is cited as a cause of acquired dental diseases in pet rabbits, which is often attributed to head shape. For example, Meredith and Crossley (2002) say that 'the incidence of dental disease is low in rabbits with conformation similar to those in the wild but approaches 100% in extreme dwarf and lop breeds', although they do not cite a source of this information."// 
  
 Die eigene Datenanalyse der Thesis beinhaltete insgesamt 1.254 Kaninchen, die in einer Tierklinik vorgestellt wurden, von denen 465 Tiere (37%) eine zahnärztliche Behandlung benötigten. Die Auswertung nach Rassen ergab keinen Zusammenhang zwischen der Kopfform und Zahnkrankheiten bei Kaninchen: //"This view is not supported by the findings of this thesis. Data analysis of 1.254 case records of pet rabbits requiring and not requiring dental treatment showed no significant relationship between Dwarf breeds and treatment for dental disease (Graph 32). **No breed incidence was found in this analysis.** Rabbits with a head shape similar to wild rabbits (Dutch or English) showed a similar incidence of dental disease to breeds with a head shape that is different from wild rabbits (Dwarf Lop, Minilop, Netherland Dwarf)."// (S. 132) Harcourt-Brown sah Ursachen für Zahnerkrankungen, die sie als //"progressive syndrome of acquired dental disease (PSADD)"// bezeichnete (deutsch: "progressives Syndrom einer erworbenen Zahnkrankheit", vorrangig in der Ernährung. Die Verlängerung (Elongation) von Zahnwurzeln wurde grundsätzlich bei allen zahnkranken Tieren in einem frühen Alter festgestellt. Eine Osteopenie der Schädelknochen (verringerte Knochendichte) wurde bei kranken Tieren diagnostiziert, die sowohl visuell als auch röntgenologisch offensichtlich war. Es kam zu einem fortschreitenden Verlust des Alveolarknochens und zur Dehnung einiger oder aller Zahnwurzeln. Es gab deutliche Veränderungen in der Struktur des Zahngewebes, einschließlich einer Verringerung der Schmelzbildung. Dies alles deute auf eine metabolische Ursache hin. Die einzig genetische Komponente meinte Harcourt-Brown insofern als möglich zu erkennen, dass rasseunabhängig Rammler häufiger von Zahnerkrankungen betroffen waren als Weibchen.  Die eigene Datenanalyse der Thesis beinhaltete insgesamt 1.254 Kaninchen, die in einer Tierklinik vorgestellt wurden, von denen 465 Tiere (37%) eine zahnärztliche Behandlung benötigten. Die Auswertung nach Rassen ergab keinen Zusammenhang zwischen der Kopfform und Zahnkrankheiten bei Kaninchen: //"This view is not supported by the findings of this thesis. Data analysis of 1.254 case records of pet rabbits requiring and not requiring dental treatment showed no significant relationship between Dwarf breeds and treatment for dental disease (Graph 32). **No breed incidence was found in this analysis.** Rabbits with a head shape similar to wild rabbits (Dutch or English) showed a similar incidence of dental disease to breeds with a head shape that is different from wild rabbits (Dwarf Lop, Minilop, Netherland Dwarf)."// (S. 132) Harcourt-Brown sah Ursachen für Zahnerkrankungen, die sie als //"progressive syndrome of acquired dental disease (PSADD)"// bezeichnete (deutsch: "progressives Syndrom einer erworbenen Zahnkrankheit", vorrangig in der Ernährung. Die Verlängerung (Elongation) von Zahnwurzeln wurde grundsätzlich bei allen zahnkranken Tieren in einem frühen Alter festgestellt. Eine Osteopenie der Schädelknochen (verringerte Knochendichte) wurde bei kranken Tieren diagnostiziert, die sowohl visuell als auch röntgenologisch offensichtlich war. Es kam zu einem fortschreitenden Verlust des Alveolarknochens und zur Dehnung einiger oder aller Zahnwurzeln. Es gab deutliche Veränderungen in der Struktur des Zahngewebes, einschließlich einer Verringerung der Schmelzbildung. Dies alles deute auf eine metabolische Ursache hin. Die einzig genetische Komponente meinte Harcourt-Brown insofern als möglich zu erkennen, dass rasseunabhängig Rammler häufiger von Zahnerkrankungen betroffen waren als Weibchen. 
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