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fuetterung:geschichte

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 Als Beweis für die Genügsamkeit des Kaninchens berichtete Felden über Versuche, die er „//ausschließlich mit Grünem, und zwar mit Gras, selten mit Klee oder anderem Grün//“ durchgeführt hatte und in denen nur säugende Häsinnen zusätzlich täglich abwechselnd trockene Kleie und wenig Milch mit Brot bekamen. Mit dieser Fütterung erkrankten oder starben weder ausgewachsene, noch Jungtiere.\\  Als Beweis für die Genügsamkeit des Kaninchens berichtete Felden über Versuche, die er „//ausschließlich mit Grünem, und zwar mit Gras, selten mit Klee oder anderem Grün//“ durchgeführt hatte und in denen nur säugende Häsinnen zusätzlich täglich abwechselnd trockene Kleie und wenig Milch mit Brot bekamen. Mit dieser Fütterung erkrankten oder starben weder ausgewachsene, noch Jungtiere.\\ 
  
-<imgcaption label4|"Nutzbringende Kaninchenzucht" von Schneider, J.; 1930>{{ fuetterung:schneider.png?150}}</imgcaption>Schneider, 1930((SchneiderJ. 1930. Nutzbringende Kaninchenzucht. Leipzig : Hachmeister & Thal)) unterschied drei Fütterungsarten: +(Schwarztrauber1940beschrieb die Situation im Ersten Weltkrieg 1914 1918als Scharen von Kindern auf Grünmärkten Jagd auf Abfälle machten und alles erreichbare Grünfutter aus Gärten, von Bahndämmen sowie öffentlichen Anlagen und Wegen sammelten und in Säcke stopften.
-  - die Trockenfütterung, die nur bei der Mast angewendet wird (mit Hafer, Heu, Brot und gewerblichen Abfällen sowie Wasser) +
-  die gemischte Fütterung (besteht neben den obigen Komponenten weiterhin aus "//allerhand GrünzeugKnollen und Rüben//" +
-  - die "//Grünfütterung"//.\\  +
- +
-Der Übergang im Frühjahr von Heu auf Grünfutter sollte nach Schneiders Darstellung langsam erfolgen: ein Handvoll für den ersten Tag, den folgenden Tag zwei Hände voll, nach acht Tagen das doppelte, wobei entsprechend das Trockenfutter reduziert wird. Das Grünfutter sollte abwechslungsreich aus einer Mischung von süßen GräsernLöwenzahn, Spitzwegerich, Weißklee, Gras und Wicken bestehen, da diese den Tieren sehr bekömmlich sind. Ab Mitte Juni könne der Rotklee ohne Schaden verfüttert werden. Für die Herbst- und Winterfütterung wurde die Anpflanzung von Kohl, Rüben, Kohlrabi, Runkeln, Möhren und Topinambur empfohlen. Außerdem gibt es dann Gartenabfälle (Laub von Erbsen und Bohnen) sowie Kohlblätter (Wirsing, Butterkohl), weiterhin Un- und Gewürzkräuter wie Petersilie, Sellerie usw. zur Abwechslung. Von Mai bis Oktober besteht das Hauptfutter aber in Wiesengras, Klee und Kohlblättern - fast alle Erzeugnisse von Garten und Feld können verwendet werden - vor allem ein Gemisch aus Gerste, Roggen, Hafer, Wicken, Luzerne, Serradella und Kleearten liefert ein sehr nahrhaftes Futter, welches auch selbst angebaut werden kann.\\ +
  
 Als Grünfutter war nach Wulf, 1921((Wulf, A. 1921. Taschenbuch der Kleinhaustiere (Federvieh, Kaninchen, Meerschweinchen, Ziegen, Schafe und Schweine). Eßlingen, München : Schreiber, 1921.)) folgendes zu benutzen: "//frischgeschnittenes Gras oder Klee, Löwenzahn, Wegerich, Vogelmiere, Schafgarbe, junge Brennesseln, ferner Zweige von Weißdorn, der Akazie und von Obstbäumen. Salat-, Kohl- und Rübenblätter gebe man nur mäßig, da sie leichte Koliken verursachen. Grünkohl (Braunkohl) ist ein besonders beliebtes, leicht anzuziehendes Wintergrünfutter. Hat man keinen solchen, so ist man auf Knollengemüse (Runkeln, Zuckerrüben, Kohlrübenm, Mohrrüben) angewiesen, die sich im Keller im Sand oder im Garten eingelegt und mit Strohmatten bedeckt gut halten. [...] Küchenkräuter werden gern genommen und regen die Freßlust an, doch sei man mit Zwiebelgewächsen vorsichtig. Giftig wirken Schierling, Hahnenfuß und alle Nachtschattenarten, somit auch Kartoffelkraut. Ist reichlich Grünfutter da, so lassen die Tiere Giftpflanzen von selbst liegen.//".\\  Als Grünfutter war nach Wulf, 1921((Wulf, A. 1921. Taschenbuch der Kleinhaustiere (Federvieh, Kaninchen, Meerschweinchen, Ziegen, Schafe und Schweine). Eßlingen, München : Schreiber, 1921.)) folgendes zu benutzen: "//frischgeschnittenes Gras oder Klee, Löwenzahn, Wegerich, Vogelmiere, Schafgarbe, junge Brennesseln, ferner Zweige von Weißdorn, der Akazie und von Obstbäumen. Salat-, Kohl- und Rübenblätter gebe man nur mäßig, da sie leichte Koliken verursachen. Grünkohl (Braunkohl) ist ein besonders beliebtes, leicht anzuziehendes Wintergrünfutter. Hat man keinen solchen, so ist man auf Knollengemüse (Runkeln, Zuckerrüben, Kohlrübenm, Mohrrüben) angewiesen, die sich im Keller im Sand oder im Garten eingelegt und mit Strohmatten bedeckt gut halten. [...] Küchenkräuter werden gern genommen und regen die Freßlust an, doch sei man mit Zwiebelgewächsen vorsichtig. Giftig wirken Schierling, Hahnenfuß und alle Nachtschattenarten, somit auch Kartoffelkraut. Ist reichlich Grünfutter da, so lassen die Tiere Giftpflanzen von selbst liegen.//".\\ 
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 //"Morgens empfiehlt der Verfasser Haferflocken (oats) und Weizen, mit saisonmäßigem Grünfutter, des Abends Heu mit noch mehr Grünfutter."// (Smith, E. Bostock. 1927. Rabbits for Fur and Wool. "The Feathered World" Year Book for 1927. pp. 102-114. London.((Möbes, W. K. G. 1946. Bibliographie des Kaninchens nebst Anhang. I. Das Frettchen. II. Das Meerschweinchen. Bd. 1. Akademischer Verlag Halle.)), S. 170)\\  //"Morgens empfiehlt der Verfasser Haferflocken (oats) und Weizen, mit saisonmäßigem Grünfutter, des Abends Heu mit noch mehr Grünfutter."// (Smith, E. Bostock. 1927. Rabbits for Fur and Wool. "The Feathered World" Year Book for 1927. pp. 102-114. London.((Möbes, W. K. G. 1946. Bibliographie des Kaninchens nebst Anhang. I. Das Frettchen. II. Das Meerschweinchen. Bd. 1. Akademischer Verlag Halle.)), S. 170)\\ 
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 +<imgcaption label4|"Nutzbringende Kaninchenzucht" von Schneider, J.; 1930>{{ fuetterung:schneider.png?150}}</imgcaption>Schneider, 1930((Schneider, J. 1930. Nutzbringende Kaninchenzucht. Leipzig : Hachmeister & Thal)) unterschied drei Fütterungsarten:
 +  - die Trockenfütterung, die nur bei der Mast angewendet wird (mit Hafer, Heu, Brot und gewerblichen Abfällen sowie Wasser)
 +  - die gemischte Fütterung (besteht neben den obigen Komponenten weiterhin aus "//allerhand Grünzeug, Knollen und Rüben//"
 +  - die "//Grünfütterung"//.\\ 
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 +Der Übergang im Frühjahr von Heu auf Grünfutter sollte nach Schneiders Darstellung langsam erfolgen: ein Handvoll für den ersten Tag, den folgenden Tag zwei Hände voll, nach acht Tagen das doppelte, wobei entsprechend das Trockenfutter reduziert wird. Das Grünfutter sollte abwechslungsreich aus einer Mischung von süßen Gräsern, Löwenzahn, Spitzwegerich, Weißklee, Gras und Wicken bestehen, da diese den Tieren sehr bekömmlich sind. Ab Mitte Juni könne der Rotklee ohne Schaden verfüttert werden. Für die Herbst- und Winterfütterung wurde die Anpflanzung von Kohl, Rüben, Kohlrabi, Runkeln, Möhren und Topinambur empfohlen. Außerdem gibt es dann Gartenabfälle (Laub von Erbsen und Bohnen) sowie Kohlblätter (Wirsing, Butterkohl), weiterhin Un- und Gewürzkräuter wie Petersilie, Sellerie usw. zur Abwechslung. Von Mai bis Oktober besteht das Hauptfutter aber in Wiesengras, Klee und Kohlblättern - fast alle Erzeugnisse von Garten und Feld können verwendet werden - vor allem ein Gemisch aus Gerste, Roggen, Hafer, Wicken, Luzerne, Serradella und Kleearten liefert ein sehr nahrhaftes Futter, welches auch selbst angebaut werden kann.\\ 
  
 A. Will lieferte 1931((Will, A., & Kerschagl, W. 1931. Die Kaninchenzucht der Gegenwart. Mit einem Anhange: Krankheiten des Kaninchens. München: Mayer. (Der Deutsche Pelztierzüchter).)) folgenden Hinweis: //"Das Fütterungsproblem besteht nun darin, das Futter so zusammenzustellen, daß es in seiner Gesamtheit diejenigen Stoffe enthält, die das Tier unbedingt benötigt. […]\\  A. Will lieferte 1931((Will, A., & Kerschagl, W. 1931. Die Kaninchenzucht der Gegenwart. Mit einem Anhange: Krankheiten des Kaninchens. München: Mayer. (Der Deutsche Pelztierzüchter).)) folgenden Hinweis: //"Das Fütterungsproblem besteht nun darin, das Futter so zusammenzustellen, daß es in seiner Gesamtheit diejenigen Stoffe enthält, die das Tier unbedingt benötigt. […]\\ 
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 <imgcaption label6|"Die zeitgemäße Kaninchenfütterung" von Martin Gadsch aus dem Jahr 1944>{{ fuetterung:gadsch.png?150}}</imgcaption>Von Gadsch, 1944((Gadsch, W. 1944. Die zeitgemäße Kaninchenfütterung. Berlin : Pfenningstorff, 1944.)) wurden als Unkräuter für die Kaninchenfütterung Hasenkohl (Gemeiner Rainkohl), Hirtentäschelkraut, Klebkraut, Klette, Ochsenzunge, Schöllkraut, Spörgel (Spark), Hahnenfuß, Brennnessel, Rainfarn, Beifuß, Ackerdistel, Kälberkropf, Hundskamille, Bienen-saug (Weiße Taubnessel), Frühlingskreuzkraut (Sencio vernalis), Gänsefingerkraut und  Grindampfer (Stumpfblättriger Ampfer) aufgeführt.\\  <imgcaption label6|"Die zeitgemäße Kaninchenfütterung" von Martin Gadsch aus dem Jahr 1944>{{ fuetterung:gadsch.png?150}}</imgcaption>Von Gadsch, 1944((Gadsch, W. 1944. Die zeitgemäße Kaninchenfütterung. Berlin : Pfenningstorff, 1944.)) wurden als Unkräuter für die Kaninchenfütterung Hasenkohl (Gemeiner Rainkohl), Hirtentäschelkraut, Klebkraut, Klette, Ochsenzunge, Schöllkraut, Spörgel (Spark), Hahnenfuß, Brennnessel, Rainfarn, Beifuß, Ackerdistel, Kälberkropf, Hundskamille, Bienen-saug (Weiße Taubnessel), Frühlingskreuzkraut (Sencio vernalis), Gänsefingerkraut und  Grindampfer (Stumpfblättriger Ampfer) aufgeführt.\\ 
  
-Joppich, 1946((Joppich, F. 1946. Kaninchen. Zucht und Haltung. Berlin : Deutscher Zentralverlag GmbH, 1946.)) führte folgende Futtermittel für die Kaninchenzucht auf: +<imgcaption label7|"Kaninchen. Zucht und Haltung" von Friedrich Joppich aus dem Jahr 1946>{{ fuetterung:joppich.png?150}}</imgcaption>Joppich, 1946((Joppich, F. 1946. Kaninchen. Zucht und Haltung. Berlin : Deutscher Zentralverlag GmbH, 1946.)) führte folgende Futtermittel für die Kaninchenzucht auf: 
   * pflanzliche Abfälle aus dem Haushalt (Gemüsereste, Kartoffelschalen)   * pflanzliche Abfälle aus dem Haushalt (Gemüsereste, Kartoffelschalen)
   * Unkräuter aller Art wie Brennnesseln, Wegerich, Quecke, Melde, Ackerdistel, Franzosenkraut usw.   * Unkräuter aller Art wie Brennnesseln, Wegerich, Quecke, Melde, Ackerdistel, Franzosenkraut usw.
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   * als Winterfutter Silage, Rüben und Runkeln   * als Winterfutter Silage, Rüben und Runkeln
   * als Kraftfutter Hafer, Gerste und Kleie.\\    * als Kraftfutter Hafer, Gerste und Kleie.\\ 
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-<imgcaption label7|"Kaninchen. Zucht und Haltung" von Friedrich Joppich aus dem Jahr 1946>{{ fuetterung:joppich.png?150}}</imgcaption>(Schwarztrauber, 1940) beschrieb die Situation im Ersten Weltkrieg 1914 - 1918, als Scharen von Kindern auf Grünmärkten Jagd auf Abfälle machten und alles erreichbare Grünfutter aus Gärten, von Bahndämmen sowie öffentlichen Anlagen und Wegen sammelten und in Säcke stopften.\\  
  
 Zum Grundfutter fasste Schürch, 1949((Schürch, A. 1949. Die theoretischen Grundlagen der Kaninchenfütterung. Schweizerische landwirtschaftliche Monatshefte. 1949, 1, S. 41-65.)) betriebseigene Futterstoffe, die in größeren Mengen und billig zur Verfügung standen wie Heu, Grünfutter, Silage, Haushaltabfälle, Hackfrüchte usw. zusammen, die aus wirtschaftlichen und Bedarfsgründen mit Kraftfutter ergänzt werden konnten. Aus seiner Sicht gestaltete sich die Aufstellung von Rationen im Sommer am einfachsten, weil als wichtigstes Grundfutter Grünfutter zur Verfügung steht, welches den Bedarf des Kaninchens weitgehend deckt. Einzig für säugende Häsinnen und für Jungtiere sollte das Grünfutter neben kleinen Mengen Heu auch mit Kraftfutter ergänzt werden. Im Winter sei die Rationsgestaltung schwieriger, da z. B. mittelgutes Wiesenheu nicht einmal den Erhaltungsbedarf ausgewachsener Tiere decken kann. Deshalb müsse es durch betriebseigene Futtermittel wie Silage, Rüben, Kartoffeln und Haushaltsabfällen, außerdem ggf. durch Kraftfutter ergänzt werden.\\  Zum Grundfutter fasste Schürch, 1949((Schürch, A. 1949. Die theoretischen Grundlagen der Kaninchenfütterung. Schweizerische landwirtschaftliche Monatshefte. 1949, 1, S. 41-65.)) betriebseigene Futterstoffe, die in größeren Mengen und billig zur Verfügung standen wie Heu, Grünfutter, Silage, Haushaltabfälle, Hackfrüchte usw. zusammen, die aus wirtschaftlichen und Bedarfsgründen mit Kraftfutter ergänzt werden konnten. Aus seiner Sicht gestaltete sich die Aufstellung von Rationen im Sommer am einfachsten, weil als wichtigstes Grundfutter Grünfutter zur Verfügung steht, welches den Bedarf des Kaninchens weitgehend deckt. Einzig für säugende Häsinnen und für Jungtiere sollte das Grünfutter neben kleinen Mengen Heu auch mit Kraftfutter ergänzt werden. Im Winter sei die Rationsgestaltung schwieriger, da z. B. mittelgutes Wiesenheu nicht einmal den Erhaltungsbedarf ausgewachsener Tiere decken kann. Deshalb müsse es durch betriebseigene Futtermittel wie Silage, Rüben, Kartoffeln und Haushaltsabfällen, außerdem ggf. durch Kraftfutter ergänzt werden.\\ 
fuetterung/geschichte.1769087973.txt.gz · Zuletzt geändert: von andreas

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