Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


genetik:populationsgenetik

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
genetik:populationsgenetik [2026/02/19 15:18] – [Nukleotiddiversität] kathringenetik:populationsgenetik [2026/02/19 20:32] (aktuell) – [Wildkaninchen in Finnland] kathrin
Zeile 45: Zeile 45:
 |::: |::: |Syn |  0,293 |  0,317| |::: |::: |Syn |  0,293 |  0,317|
  
-π, Carneiro //et al//., 2014;  Watterson’s θ, Makino //et al//., 2018((Makino, T., Rubin, C. J., Carneiro, M., Axelsson, E., Andersson, L., & Webster, M. T. 2018. Elevated proportions of deleterious genetic variation in domestic animals and plants. Genome Biology and Evolution, 10(1), 276-290.)) (in Arbeit) 
  
-Neben der Nukleotiddiversität gibt es weitere Parameter, die sich als Indikator für genetische Variabilität eignen und zum Verständnis von Verwandschaftsbeziehungen (Rasse-Historie, Inzucht-Level) beitragen können (mehr dazu unter [[populationsmanagement|Populationsmanagement]] und  [[populationsgenetik#Genomweite Assoziationsstudien|Genomweite Assoziationsstudien]]).+**Tabelle 3:** Nukleotiddiversitäten anhand von Gesamtgenom-Sequenzierungsdaten gepoolter DNA-Proben von Haus- und Wildkaninchen; aus Carneiro //et al//., 2014 und Makino //et al//., 2018 
 +^Population ^Durchschnitt π (%)((Carneiro, M., Rubin, C. J., Di Palma, F., Albert, F. W., Alföldi, J., Barrio, A. M., … & Andersson, L. 2014. Rabbit genome analysis reveals a polygenic basis for phenotypic change during domestication. Science, 345(6200), 1074-1079.)) ^Durchschnitt θ<sub>W</sub> (%)((Makino, T., Rubin, C. J., Carneiro, M., Axelsson, E., Andersson, L., & Webster, M. T. 2018. Elevated proportions of deleterious genetic variation in domestic animals and plants. Genome Biology and Evolution, 10(1), 276-290.)) ^ 
 +|//O. c. algirus// (Wildkaninchen, Iberische Halbinsel) |  0,6-0, |  0,90| 
 +|//O. c. cuniculus// (Wildkaninchen, Iberische Halbinsel) |:::|:::| 
 +|//O. c. cuniculus// (Wildkaninchen, Frankreich) |:::|  0,62| 
 +|//O. c. cuniculus// (Hauskaninchen, aus 6 Rassen) |  |  0,34| 
 + 
 + 
 +Neben der Nukleotiddiversität gibt es weitere Parameter, die sich als Indikator für genetische Variabilität eignen und zum Verständnis von Verwandschaftsbeziehungen (Rasse-Historie, Inzucht-Level) beitragen können (siehe [[populationsgenetik#Rekombination|Rekombination]], [[populationsmanagement|Populationsmanagement]] und  [[populationsgenetik#Genomweite Assoziationsstudien|Genomweite Assoziationsstudien]]).
  
 ==== Wildkaninchen in Finnland ==== ==== Wildkaninchen in Finnland ====
  
 Von Wildkaninchen in Finnland wird angenommen, dass es sich um, ab Ende der 1980er Jahre, [[:verwilderung|verwilderte]] Hauskaninchen handelt.\\   Von Wildkaninchen in Finnland wird angenommen, dass es sich um, ab Ende der 1980er Jahre, [[:verwilderung|verwilderte]] Hauskaninchen handelt.\\  
-Laiho, 2021((Laiho, E. (2021). Genetic diversity of the Helsinki area rabbits before and after the 2016 rabbit haemorrhagic disease epidemic. Master’s thesis, University of Helsinki, Faculty of Biological and Environmental Sciences, Finland.)) verglich die genetische Vielfalt in der wildlebenden Kaninchenpopulation Helsinkis vor und nach der dortigen RHD-Epidemie im Jahr 2016. Im Vergleich zu Kaninchen-Populationen in anderen Ländern wiesen finnische Wildkaninchen eine deutlich geringere genetische Vielfalt auf. Überraschenderweise war die genetische Vielfalt nach der Epidemie -- selbst unter den rauen Umweltbedingungen Finnlands -- größer als zuvor. Weil bei einigen der untersuchten Kaninchen ungewöhnliche Fellfarben (weiße Abzeichen oder Otterfarbe) festgestellt wurden, wurde ein fortgesetzter Genfluss mit freigelassenen oder entflohenen Hauskaninchen vermutet. Eine weitere Erklärung könnte die hohe Fortpflanzungsleistung der Art //O. cuniculus// darstellen.+Laiho, 2021((Laiho, E. (2021). Genetic diversity of the Helsinki area rabbits before and after the 2016 rabbit haemorrhagic disease epidemic. Master’s thesis, University of Helsinki, Faculty of Biological and Environmental Sciences, Finland.)) verglich die genetische Vielfalt in der wildlebenden Kaninchenpopulation Helsinkis vor und nach der dortigen RHD-Epidemie im Jahr 2016. Im Vergleich zu Kaninchen-Populationen in anderen Ländern wiesen finnische Wildkaninchen eine deutlich geringere genetische Vielfalt auf. Überraschenderweise war die genetische Vielfalt nach der Epidemie -- selbst unter den rauen Umweltbedingungen Finnlands -- größer als zuvor. Weil bei einigen der untersuchten Kaninchen ungewöhnliche Fellfarben (weiße Abzeichen oder Otterfarbe) festgestellt wurden, wurde ein fortgesetzter Genfluss mit freigelassenen oder entflohenen Hauskaninchen vermutet. Eine weitere Erklärung könnte die hohe [[physiologie:fortpflanzung|Fortpflanzung]]sleistung der Art //O. cuniculus// darstellen.
  
 ===== Rekombination ===== ===== Rekombination =====
Zeile 59: Zeile 66:
 Der Einfluss der Rekombination auf die genetische Variabilität einer Population kann mit Hilfe des Parameters "Kopplungsungleichgewicht" (engl. //linkage disequilibrium//, LD) untersucht werden. Neben Rekombination und [[populationsmanagement#Genetische Drift|genetischer Drift]] kann LD von demographischen Prozessen und Migration beeinflusst werden.((Stephan, W., & Hörger, A. C. 2019. Molekulare Populationsgenetik - Theoretische Konzepte und empirische Evidenz. Berlin: Springer. ISBN: 978-3-662-59427-8.)) (S. 87, 92) Der Einfluss der Rekombination auf die genetische Variabilität einer Population kann mit Hilfe des Parameters "Kopplungsungleichgewicht" (engl. //linkage disequilibrium//, LD) untersucht werden. Neben Rekombination und [[populationsmanagement#Genetische Drift|genetischer Drift]] kann LD von demographischen Prozessen und Migration beeinflusst werden.((Stephan, W., & Hörger, A. C. 2019. Molekulare Populationsgenetik - Theoretische Konzepte und empirische Evidenz. Berlin: Springer. ISBN: 978-3-662-59427-8.)) (S. 87, 92)
  
 +Ein Bestandteil der Arbeit von Carneiro //et al//., 2011((Carneiro, M., Afonso, S., Geraldes, A., Garreau, H., Bolet, G., Boucher, S., ... & Ferrand, N. 2011. The genetic structure of domestic rabbits. Molecular biology and evolution, 28(6), 1801-1816.)) (s.o.) war auch die Untersuchung von LD anhand von Gensequenzen domestizierter Kaninchen (6 Rassen -- //Champagne Silver, English Spot, French Angora, French Lop, New Zealand White (INRA strain)// und //Rex// -- mit jeweils 25 Individuen). 
  
 ===== Referenzgenome ===== ===== Referenzgenome =====
Zeile 64: Zeile 72:
 Aufgrund seiner Position im phylogenetischen Stammbaum der Säugetiere (Ähnlichkeit zum menschlichen Genom) und seiner bedeutenden Rolle als Modelltier in der biomedizinischen Forschung wurde das Kaninchen für das „//Mammalian Genome Project//“ ausgewählt -- in diesem Rahmen wurde erstmals das gesamte Genom einer Neuseeländer-Häsin sequenziert (Broad Institute, USA; Lindblad-Toh //et al//., 2011((Lindblad-Toh, K., Garber, M., Zuk, O., Lin, M. F., Parker, B. J., Washietl, S., ... & Kellis, M. 2011. A high-resolution map of human evolutionary constraint using 29 mammals. Nature, 478(7370), 476-482.))). Das resultierende Referenzgenom aus dem Jahr 2005 wurde "OryCun1" genannt. Kurz darauf wurde das Kaninchengenom ein zweites Mal vollständig sequenziert (OryCun2.0; Broad Institute, USA; 2009). Neben dem Kern-Genom enthält das verbesserte OryCun2.0 auch eine Zusammenstellung des mitochondrialen Genoms. Aufgrund seiner Position im phylogenetischen Stammbaum der Säugetiere (Ähnlichkeit zum menschlichen Genom) und seiner bedeutenden Rolle als Modelltier in der biomedizinischen Forschung wurde das Kaninchen für das „//Mammalian Genome Project//“ ausgewählt -- in diesem Rahmen wurde erstmals das gesamte Genom einer Neuseeländer-Häsin sequenziert (Broad Institute, USA; Lindblad-Toh //et al//., 2011((Lindblad-Toh, K., Garber, M., Zuk, O., Lin, M. F., Parker, B. J., Washietl, S., ... & Kellis, M. 2011. A high-resolution map of human evolutionary constraint using 29 mammals. Nature, 478(7370), 476-482.))). Das resultierende Referenzgenom aus dem Jahr 2005 wurde "OryCun1" genannt. Kurz darauf wurde das Kaninchengenom ein zweites Mal vollständig sequenziert (OryCun2.0; Broad Institute, USA; 2009). Neben dem Kern-Genom enthält das verbesserte OryCun2.0 auch eine Zusammenstellung des mitochondrialen Genoms.
  
-**Tabelle 3:** Referenzgenome der Art //Oryctolagus cuniculus//+**Tabelle 4:** Referenzgenome der Art //Oryctolagus cuniculus//
 ^Referenzgenom (//Assembly//) ^Ursprung (Rasse, Geschlecht) ^GenBank-Nummern^//Coverage (x-fold)// ^Gesamtlänge (Gb) ^Referenzen ^ ^Referenzgenom (//Assembly//) ^Ursprung (Rasse, Geschlecht) ^GenBank-Nummern^//Coverage (x-fold)// ^Gesamtlänge (Gb) ^Referenzen ^
 |OryCun1(.0) |Weiße Neuseeländer (//Thorbecke inbred//), 0.1 |AAGW00000000.1 (NCBI) |  2,0 |  2,08 |Lindblad-Toh //et al//., 2011((Lindblad-Toh, K., Garber, M., Zuk, O., Lin, M. F., Parker, B. J., Washietl, S., ... & Kellis, M. 2011. A high-resolution map of human evolutionary constraint using 29 mammals. Nature, 478(7370), 476-482.)) | |OryCun1(.0) |Weiße Neuseeländer (//Thorbecke inbred//), 0.1 |AAGW00000000.1 (NCBI) |  2,0 |  2,08 |Lindblad-Toh //et al//., 2011((Lindblad-Toh, K., Garber, M., Zuk, O., Lin, M. F., Parker, B. J., Washietl, S., ... & Kellis, M. 2011. A high-resolution map of human evolutionary constraint using 29 mammals. Nature, 478(7370), 476-482.)) |
genetik/populationsgenetik.1771510702.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

Donate Powered by PHP Valid HTML5 Valid CSS Driven by DokuWiki