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krankheiten:zahnfehler

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krankheiten:zahnfehler [2026/01/21 18:09] – [Harcourt-Brown, F. 2006] kathrinkrankheiten:zahnfehler [2026/01/22 14:13] (aktuell) – [Erworbene Zahnfehler] kathrin
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 ==== Fehlende Stiftzähne ==== ==== Fehlende Stiftzähne ====
 +Erstmals von Nachtsheim, 1936((Nachtsheim, H. 1936. Erbliche Zahnanomalien beim Kaninchen. Züchtungskunde. 1936, 11, S. 273­-287.))) beschrieben wurde das erbliche Merkmal fehlender Stiftzähne: "//Die in dem Material häufigste Anomalie (3 Fälle)// [von 101 Schädeln von Hauskaninchen] //ist das Fehlen der kleinen stiftförmigen Schneidezähne im Oberkiefer (I2), also gerade der Zähne, die für die ganze Unterordnung der Duplicidentaten so kennzeichnend sind. Zwei von den Tieren, denen diese Zähne fehlen, die Roten Neuseeländer ♂ 99 und ♀ 100 waren Halbgeschwister, sie stammten vom gleichen Vater. Auch aus der Zucht Englischer Widder der ♀ 48 entstammt, erwarb ich einen Rammler, der allerdings beide I2 besitzt; er lieferte mir 2 Würfe mit 10 Jungen.//"
 +
 +Einen Überblick zum damaligen Stand der Analyse krankhafter Erbanlagen veröffentlichte Nachtsheim, 1937((Nachtsheim, H. (1937). Erbpathologische Untersuchungen am Kaninchen: (Demonstration lebender Tiere, von Präparaten und Filmen.). Zeitschrift für Induktive Abstammungs-und Vererbungslehre, 73(1), 463-466)) einen weiteren Artikel, in dem das Fehlen der I2 folgendermaßen stichpunktartig aufgeführt wurde: "//Fehlen der I<sup>2</sup>. Als nicht seltene Anomalie wurde bei einer Reihe von Kaninchenrassen das gelegentliche Fehlen der zweiten Incisiven, der kleinen stiftförmigen Nagezähne im Oberkiefer, festgestellt, also des für die Unterordnung der Duplicidentaten wichtigen systematischen Merkmals. Nach bisherigen experimentellen Untersuchungen ist unvollständig dominanter Faktor (Symbol I<sup>2</sup>) im Spiel, der aber nur zweite Dentition beeinflußt, Milchzähne sind immer normal vorhanden. Bei Heterozygoten große Variabilität des Phänotyps: I2 zweiter Dentition beiderseits vorhanden, nur einseitig vorhanden, beiderseits fehlend, in rudimentärer Form zur Entwicklung kommend, bisweilen aber bald wieder verlorengehend. Weitere Komplikation augenscheinlich dadurch, daß Milchzähne beim Fehlen der zweiten Dentition gelegentlieh persistieren können. Verhalten der Homozygoten bedarf noch genauerer Untersuchung.//"
  
 ===== Erworbene Zahnfehler ===== ===== Erworbene Zahnfehler =====
 Zahn-Fehlstellungen bei normal entwickelten Kieferknochen sind in der Regel erworben; wesentliche Einflussfaktoren sind Haltung und Ernährung (insbesondere [[naehrstoffe:naehrstoffe|Nähr-]] und [[wirkstoffe:wirkstoffe|Wirkstoff]]zusammensetzung((Clauss, M., Mäkitaipale, J., & Hatt, J. M. 2025. Diet and Dental Disease in Exotic Companion Mammals. Veterinary Clinics: Exotic Animal Practice. 28, 555-567.))). Zahn-Fehlstellungen bei normal entwickelten Kieferknochen sind in der Regel erworben; wesentliche Einflussfaktoren sind Haltung und Ernährung (insbesondere [[naehrstoffe:naehrstoffe|Nähr-]] und [[wirkstoffe:wirkstoffe|Wirkstoff]]zusammensetzung((Clauss, M., Mäkitaipale, J., & Hatt, J. M. 2025. Diet and Dental Disease in Exotic Companion Mammals. Veterinary Clinics: Exotic Animal Practice. 28, 555-567.))).
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 +Zur [[fuetterung:geschichte|Historie]] der Kaninchenfütterung 
  
 ===== Studien ===== ===== Studien =====
-Siehe auch: [[:brachyzephalie#Harcourt-Brown, 2006|Harcourt-Brown, 2006]]; [[:brachyzephalie#Mullan & Main, 2006|Mullan & Main, 2006]]; [[:brachyzephalie#Mäkitaipale et al., 2015|Mäkitaipale et al., 2015]]; [[:brachyzephalie#RVC, 2022/ Jackson et al., 2024|Jackson et al., 2024]]; bzw. [[krankheiten#prävalenzen|Prävalenzen]].+Siehe auch: [[:brachyzephalie#Mullan & Main, 2006|Mullan & Main, 2006]]; [[:brachyzephalie#Mäkitaipale et al., 2015|Mäkitaipale et al., 2015]]; [[:brachyzephalie#RVC, 2022/ Jackson et al., 2024|Jackson et al., 2024]]; bzw. [[krankheiten#prävalenzen|Prävalenzen]].
 ==== Böhmer & Köstlin, 1988 ==== ==== Böhmer & Köstlin, 1988 ====
 In der Arbeit von Böhmer & Köstlin, 1988((Böhmer, E. & Köstlin, R. G. 1988. Zahnerkrankungen bzw.-anomalien bei Hasenartigen und Nagern. Der praktische Tierarzt, 69, 37-50.)) wurden Patientendaten von 494 Hasenartigen und Nagern (davon 279 Kaninchen) ausgewertet: In der Arbeit von Böhmer & Köstlin, 1988((Böhmer, E. & Köstlin, R. G. 1988. Zahnerkrankungen bzw.-anomalien bei Hasenartigen und Nagern. Der praktische Tierarzt, 69, 37-50.)) wurden Patientendaten von 494 Hasenartigen und Nagern (davon 279 Kaninchen) ausgewertet:
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   * //"Aufgrund der geringeren Stichprobenzahl lassen sich die vorliegenden Ergebnisse nicht statistisch signifikant absichern, doch waren in der Tendenz vor allem Kaninchen der Gewichtsklasse > 3,75 kg von Zahnveränderungen betroffen."//\\    * //"Aufgrund der geringeren Stichprobenzahl lassen sich die vorliegenden Ergebnisse nicht statistisch signifikant absichern, doch waren in der Tendenz vor allem Kaninchen der Gewichtsklasse > 3,75 kg von Zahnveränderungen betroffen."//\\ 
  
-In Bezug auf statistische Methoden wurde in einem Vergleich folgendes festgstellt: //"Im Patientengut von JEKL et al. (2008) trat in 17 (21,25 %) Fällen eine Brachygnathia auf im Vergleich zu neun (8,2 %) Tieren der aktuellen Studie sowie drei (2,7 %) weiteren Kaninchen, die zum Zeitpunkt der Untersuchung in Allgemeinanästhesie einen Aufbiss hatten. Die unterschiedliche Prävalenz dieser Befunde in den beiden Untersuchungen kann damit erklärt werden, dass die Kaninchen in der vorliegenden Studie eine **Zufallsstichprobe** darstellen, während bei JEKL et al. (2008) die Tiere aufgrund von Symptomen vorstellig geworden waren, die mit Zahn- und Kieferveränderungen assoziiert sind."//+In Bezug auf statistische Methoden wurde in einem Vergleich folgendes festgestellt: //"Im Patientengut von JEKL et al. (2008) trat in 17 (21,25 %) Fällen eine Brachygnathia auf im Vergleich zu neun (8,2 %) Tieren der aktuellen Studie sowie drei (2,7 %) weiteren Kaninchen, die zum Zeitpunkt der Untersuchung in Allgemeinanästhesie einen Aufbiss hatten. Die unterschiedliche Prävalenz dieser Befunde in den beiden Untersuchungen kann damit erklärt werden, dass die Kaninchen in der vorliegenden Studie eine **Zufallsstichprobe** darstellen, während bei JEKL et al. (2008) die Tiere aufgrund von Symptomen vorstellig geworden waren, die mit Zahn- und Kieferveränderungen assoziiert sind."//
 ==== Artiles et al., 2020 ==== ==== Artiles et al., 2020 ====
 Artiles //et al//., 2020((Artiles, C. A., Guzman, D. S. M., Beaufrère, H., & Phillips, K. L. 2020. Computed tomographic findings of dental disease in domestic rabbits (Oryctolagus cuniculus): 100 cases (2009–2017). Journal of the American Veterinary Medical Association, 257(3), 313-327.)) bewerteten retrospektiv CT-Befunde von 100 Heimkaninchen mit oder ohne Zahnerkrankung (Prävalenz-Zeitraum 01/2009 - 07/2017). Dabei wurden die  Einflüsse von Alter, Geschlecht, Fortpflanzungsstatus (intakt, kastriert oder sterilisiert), Körpergröße (von Zwerg bis Riese) sowie der Ohrform (stehend oder hängend) auf das Ausmaß einer erworbenenen Zahnerkrankung untersucht. Die einzige Variable, die signifikant mit einem Anstieg des Grades der erworbenen Zahnerkrankungen in Verbindung stand, war das Alter der Kaninchen. Dies stehe im Einklang mit der Annahme eines fortschreitenden Krankheitsverlaufs. ("//Our data did not show an association between breed// [Zwergkaninchen] //and incisor tooth malocclusion.//") Artiles //et al//., 2020((Artiles, C. A., Guzman, D. S. M., Beaufrère, H., & Phillips, K. L. 2020. Computed tomographic findings of dental disease in domestic rabbits (Oryctolagus cuniculus): 100 cases (2009–2017). Journal of the American Veterinary Medical Association, 257(3), 313-327.)) bewerteten retrospektiv CT-Befunde von 100 Heimkaninchen mit oder ohne Zahnerkrankung (Prävalenz-Zeitraum 01/2009 - 07/2017). Dabei wurden die  Einflüsse von Alter, Geschlecht, Fortpflanzungsstatus (intakt, kastriert oder sterilisiert), Körpergröße (von Zwerg bis Riese) sowie der Ohrform (stehend oder hängend) auf das Ausmaß einer erworbenenen Zahnerkrankung untersucht. Die einzige Variable, die signifikant mit einem Anstieg des Grades der erworbenen Zahnerkrankungen in Verbindung stand, war das Alter der Kaninchen. Dies stehe im Einklang mit der Annahme eines fortschreitenden Krankheitsverlaufs. ("//Our data did not show an association between breed// [Zwergkaninchen] //and incisor tooth malocclusion.//")
krankheiten/zahnfehler.1769015345.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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