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krankheiten:zahnfehler

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krankheiten:zahnfehler [2026/03/07 16:20] – [Fehlende Stiftzähne] kathrinkrankheiten:zahnfehler [2026/04/14 20:02] (aktuell) – [Brachygnathia (Kieferverkürzung)] kathrin
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 Von "Farbzwergen" war von Nachtsheim, 1958((Nachtsheim, H. 1958. Erbpathologie der Nagetiere. In: Cohrs, P., Jaffe, R., Meesen, H. Pathologie der Laboratoriumstiere. Springer. ISBN 978-3540023319. pp 1110–1252)) keine Rede. Vielmehr beschrieb er u. a. allgemein die äußeren Symptome der "Chondrodystrophie" des Säugetieres: //"disproportionierter Zwergwuchs mit einer Rückbildung des Gesichtsschädels beim Tier, insbesondere die Verkürzung des Oberkiefers und der Schädelbasis (Bulldogschnauze, Mopskopf, Hydrocephalus), Verbildungen der Wirbelsäule in der Sacral- und der Coccygealregion, bisweilen eine Überentwicklung der Muskulatur"//.\\  Von "Farbzwergen" war von Nachtsheim, 1958((Nachtsheim, H. 1958. Erbpathologie der Nagetiere. In: Cohrs, P., Jaffe, R., Meesen, H. Pathologie der Laboratoriumstiere. Springer. ISBN 978-3540023319. pp 1110–1252)) keine Rede. Vielmehr beschrieb er u. a. allgemein die äußeren Symptome der "Chondrodystrophie" des Säugetieres: //"disproportionierter Zwergwuchs mit einer Rückbildung des Gesichtsschädels beim Tier, insbesondere die Verkürzung des Oberkiefers und der Schädelbasis (Bulldogschnauze, Mopskopf, Hydrocephalus), Verbildungen der Wirbelsäule in der Sacral- und der Coccygealregion, bisweilen eine Überentwicklung der Muskulatur"//.\\ 
  
-Bei der "Chondrodystrophie" handelt es sich um eine genetisch bedingte Knorpelentwicklungsstörung bei Hunden, die zu kurzen Beinen und einem langen Körper führt, wie sie bei Dackeln, Corgis und Bulldoggen vorkommt. Sie wird durch eine Mutation im FGF4-Gen verursacht, die zu einer vorzeitigen Verknöcherung der Wachstumsfugen der langen Knochen führt und damit das Längenwachstum stoppt. Für Kaninchen wurde eine ähnliche genetische bedingte Erkrankungsform in einem Stamm von Havannakaninchen beschrieben, die in jedem Fall tödlich wirkt. Havannakaninchen wiegen 3,25 bis 4,00 kg, es handelt sich also um keine "Zwergkaninchen".\\ +Bei der "Chondrodystrophie" handelt es sich um eine genetisch bedingte Knorpelentwicklungsstörung bei Hunden, die zu kurzen Beinen und einem langen Körper führt, wie sie bei Dackeln, Corgis und Bulldoggen vorkommt. Sie wird durch eine Mutation im FGF4-Gen verursacht, die zu einer vorzeitigen Verknöcherung der Wachstumsfugen der langen Knochen führt und damit das Längenwachstum stoppt. Für Kaninchen wurde eine ähnliche genetisch bedingte Erkrankungsform in einem Stamm von Havannakaninchen beschrieben, die bei Homozygotie tödlich wirkt.((Brown, W. H., & Pearce, L. (1945). Hereditary achondroplasia in the rabbit: I. Physical appearance and general features. The Journal of Experimental Medicine, 82(4), 241.))((Pearce, L., & Brown, W. H. (1945). Hereditary achondroplasia in the rabbit: II. Pathologic aspects. The Journal of Experimental Medicine, 82(4), 261-280.))((Pearce, L., & Brown, W. H. (1945). Hereditary achondroplasia in the rabbit: III. Genetic aspects; general considerations. The Journal of Experimental Medicine, 82(4), 281-295.)) Havannakaninchen wiegen 3,25 bis 4,00 kg, es handelt sich also um keine "Zwergkaninchen".\\ 
  
 Weiter hieß es von Nachtsheim, 1958: //"Eine monosymptomatische Oberkieferverkürzung als Folge einer reinen Knochenanomalie stellte H. NACHTSHEIM (1936-1940) beim Kaninchen fest. Die in verschiedener Hinsicht interessante und lehrreiche Mutation trat in einem Stamm Japanerkaninchen auf. In den ersten 4 Lebenswochen entwickeln sich die Tiere normal. Im Alter von etwa 4-6 Wochen bleibt der Oberkiefer im Wachstum zurück, richtiger gesagt, er streckt sich nicht normal, sondern wölbt sich im Bereich des Diastemas etwas nach oben."// Weiter hieß es von Nachtsheim, 1958: //"Eine monosymptomatische Oberkieferverkürzung als Folge einer reinen Knochenanomalie stellte H. NACHTSHEIM (1936-1940) beim Kaninchen fest. Die in verschiedener Hinsicht interessante und lehrreiche Mutation trat in einem Stamm Japanerkaninchen auf. In den ersten 4 Lebenswochen entwickeln sich die Tiere normal. Im Alter von etwa 4-6 Wochen bleibt der Oberkiefer im Wachstum zurück, richtiger gesagt, er streckt sich nicht normal, sondern wölbt sich im Bereich des Diastemas etwas nach oben."//
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 Erstmals von Nachtsheim, 1936((Nachtsheim, H. 1936. Erbliche Zahnanomalien beim Kaninchen. Züchtungskunde. 1936, 11, S. 273­-287.)) beschrieben wurde das erbliche Merkmal fehlender Stiftzähne: "//Die in dem Material häufigste Anomalie (3 Fälle)// [von 101 Schädeln von Hauskaninchen] //ist das Fehlen der kleinen stiftförmigen Schneidezähne im Oberkiefer (I2), also gerade der Zähne, die für die ganze Unterordnung der Duplicidentaten so kennzeichnend sind. Zwei von den Tieren, denen diese Zähne fehlen, die Roten Neuseeländer ♂ 99 und ♀ 100 waren Halbgeschwister, sie stammten vom gleichen Vater. Auch aus der Zucht Englischer Widder der ♀ 48 entstammt, erwarb ich einen Rammler, der allerdings beide I2 besitzt; er lieferte mir 2 Würfe mit 10 Jungen.//" Erstmals von Nachtsheim, 1936((Nachtsheim, H. 1936. Erbliche Zahnanomalien beim Kaninchen. Züchtungskunde. 1936, 11, S. 273­-287.)) beschrieben wurde das erbliche Merkmal fehlender Stiftzähne: "//Die in dem Material häufigste Anomalie (3 Fälle)// [von 101 Schädeln von Hauskaninchen] //ist das Fehlen der kleinen stiftförmigen Schneidezähne im Oberkiefer (I2), also gerade der Zähne, die für die ganze Unterordnung der Duplicidentaten so kennzeichnend sind. Zwei von den Tieren, denen diese Zähne fehlen, die Roten Neuseeländer ♂ 99 und ♀ 100 waren Halbgeschwister, sie stammten vom gleichen Vater. Auch aus der Zucht Englischer Widder der ♀ 48 entstammt, erwarb ich einen Rammler, der allerdings beide I2 besitzt; er lieferte mir 2 Würfe mit 10 Jungen.//"
  
-Einen Überblick zum damaligen Stand der Analyse krankhafter Erbanlagen veröffentlichte Nachtsheim, 1937((Nachtsheim, H. (1937). Erbpathologische Untersuchungen am Kaninchen: (Demonstration lebender Tiere, von Präparaten und Filmen.). Zeitschrift für Induktive Abstammungs-und Vererbungslehre, 73(1), 463-466)) einen weiteren Artikel, in dem das Fehlen der I2 folgendermaßen stichpunktartig aufgeführt wurde: "//Fehlen der I<sup>2</sup>. Als nicht seltene Anomalie wurde bei einer Reihe von Kaninchenrassen das gelegentliche Fehlen der zweiten Incisiven, der kleinen stiftförmigen Nagezähne im Oberkiefer, festgestellt, also des für die Unterordnung der Duplicidentaten wichtigen systematischen Merkmals. Nach bisherigen experimentellen Untersuchungen ist unvollständig dominanter Faktor (Symbol I<sup>2</sup>) im Spiel, der aber nur zweite Dentition beeinflußt, Milchzähne sind immer normal vorhanden. Bei Heterozygoten große Variabilität des Phänotyps: I2 zweiter Dentition beiderseits vorhanden, nur einseitig vorhanden, beiderseits fehlend, in rudimentärer Form zur Entwicklung kommend, bisweilen aber bald wieder verlorengehend. Weitere Komplikation augenscheinlich dadurch, daß Milchzähne beim Fehlen der zweiten Dentition gelegentlieh persistieren können. Verhalten der Homozygoten bedarf noch genauerer Untersuchung.//"+Einen Überblick zum damaligen Stand der Analyse krankhafter Erbanlagen veröffentlichte Nachtsheim, 1937((Nachtsheim, H. (1937). Erbpathologische Untersuchungen am Kaninchen: (Demonstration lebender Tiere, von Präparaten und Filmen.). Zeitschrift für Induktive Abstammungs-und Vererbungslehre, 73(1), 463-466)) in einem weiteren Artikel, in dem das Fehlen der I2 folgendermaßen stichpunktartig aufgeführt wurde: "//Fehlen der I<sup>2</sup>. Als nicht seltene Anomalie wurde bei einer Reihe von Kaninchenrassen das gelegentliche Fehlen der zweiten Incisiven, der kleinen stiftförmigen Nagezähne im Oberkiefer, festgestellt, also des für die Unterordnung der Duplicidentaten wichtigen systematischen Merkmals. Nach bisherigen experimentellen Untersuchungen ist unvollständig dominanter Faktor (Symbol I<sup>2</sup>) im Spiel, der aber nur zweite Dentition beeinflußt, Milchzähne sind immer normal vorhanden. Bei Heterozygoten große Variabilität des Phänotyps: I2 zweiter Dentition beiderseits vorhanden, nur einseitig vorhanden, beiderseits fehlend, in rudimentärer Form zur Entwicklung kommend, bisweilen aber bald wieder verlorengehend. Weitere Komplikation augenscheinlich dadurch, daß Milchzähne beim Fehlen der zweiten Dentition gelegentlieh persistieren können. Verhalten der Homozygoten bedarf noch genauerer Untersuchung.//" 
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 +Sawin, 1955((Sawin, P. B. (1955). Recent genetics of the domestic rabbit. Advances in Genetics, 7, 183-226.)) schrieb über Zahnfehler Folgendes:\\  
 +"//f. Tooth anomalies. Malocclusion of the teeth and other anomalies are as well known in the rabbit as in man and other animals. For discussion of them and for further reference the reader may be referred to Nachtsheim (1938b). One such anomalie, the failure of the small second incisor teeth in the upper jaw, appears to be transmitted as a simple dominant (symbol I2). Most of them, however, are either much more complex in inheritance or are also influenced by environmental factors.//"[((Nachtsheim, H., 1938b. Erbpathologie der Haustiere. Part 1.: Organe des äusseren Keimblattes. Fortschritte der Erbpathologie, Rassenhygiene und ihrer Grenzgebiete. 2, 58-104.))] (S. 191)
  
 ===== Erworbene Zahnfehler ===== ===== Erworbene Zahnfehler =====
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 Die Verlängerung (Elongation) von Zahnwurzeln wurde grundsätzlich bei allen zahnkranken Tieren in einem frühen Alter festgestellt. Neuerdings wird diese Elongation auch als "retrogrades Zahnwachstum" bezeichnet. Eine Osteopenie der Schädelknochen (verringerte Knochendichte) wurde bei kranken Tieren diagnostiziert, die sowohl visuell als auch röntgenologisch offensichtlich war. Es kam zu einem fortschreitenden Verlust des Alveolarknochens und zur Dehnung einiger oder aller Zahnwurzeln. Es gab deutliche Veränderungen in der Struktur des Zahngewebes, einschließlich einer Verringerung der Schmelzbildung. Dies alles deute auf eine metabolische Ursache hin, wie F. Harcourt-Brown feststellte. Die einzig genetische Komponente meinte sie insofern als möglich zu erkennen, dass rasseunabhängig Rammler häufiger von Zahnerkrankungen betroffen waren als Weibchen. Osteopenie wird vor allem durch eine falsche Ernährung hervorgerufen, weshalb auch der Titel der Disseration mit //"Metabolic bone disease ..."// beginnt (deutsch: stoffwechselbedingte Knochenerkrankung).  Die Verlängerung (Elongation) von Zahnwurzeln wurde grundsätzlich bei allen zahnkranken Tieren in einem frühen Alter festgestellt. Neuerdings wird diese Elongation auch als "retrogrades Zahnwachstum" bezeichnet. Eine Osteopenie der Schädelknochen (verringerte Knochendichte) wurde bei kranken Tieren diagnostiziert, die sowohl visuell als auch röntgenologisch offensichtlich war. Es kam zu einem fortschreitenden Verlust des Alveolarknochens und zur Dehnung einiger oder aller Zahnwurzeln. Es gab deutliche Veränderungen in der Struktur des Zahngewebes, einschließlich einer Verringerung der Schmelzbildung. Dies alles deute auf eine metabolische Ursache hin, wie F. Harcourt-Brown feststellte. Die einzig genetische Komponente meinte sie insofern als möglich zu erkennen, dass rasseunabhängig Rammler häufiger von Zahnerkrankungen betroffen waren als Weibchen. Osteopenie wird vor allem durch eine falsche Ernährung hervorgerufen, weshalb auch der Titel der Disseration mit //"Metabolic bone disease ..."// beginnt (deutsch: stoffwechselbedingte Knochenerkrankung). 
 +==== Mullan & Main, 2006 ====
 +In einer Studie von Mullan & Main, 2006((Mullan, S. M., & Main, D. C. J. (2006). Survey of the husbandry, health and welfare of 102 pet rabbits. Veterinary record, 159(4), 103-109. https://doi.org/10.1136/vr.159.4.103)) wurden 102 Heimkaninchen klinisch untersucht, deren Halter über eine Online-Umfrage rekrutiert wurden. Das Durchschnittsalter der Kaninchen betrug 2,2 Jahre, mit einer Spanne von 12 Wochen bis acht Jahren. Es waren 12 verschiedene Rassen vertreten, wobei die häufigsten Zwergwidder (38), Mischlinge (17) und Miniwidder (10) waren. Es gab Hinweise dafür, dass Zwergwidder bei Zahnerkrankungen überrepräsentiert waren, eine logistische Regressionsanalyse unter Einbeziehung der Faktoren Ernährung, Rasse und Alter stützte diesen Befund jedoch nicht.
  
 ==== Mosallanejad et al., 2010 ==== ==== Mosallanejad et al., 2010 ====
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