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mineralstoffe

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mineralstoffe [2026/01/23 07:40] – [Referenzbereiche und Messwerte für Mineralien] kathrinmineralstoffe [2026/01/23 08:45] (aktuell) – [Minerale und Knochen] kathrin
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 ===== Referenzbereiche und Messwerte für Mineralien ===== ===== Referenzbereiche und Messwerte für Mineralien =====
-In der folgenden Tabelle 3 sind Referenzbereiche für Calcium und Phosphorwerte im Blutserum für den Menschen sowie für Kaninchen aus drei verschiedenen Quellen angegeben. Sie umfassen einen relativ großen Bereich, deshalb sind noch tatsächliche, gemessene Werte für Männchen und Weibchen sowie das Verhältnis von Ca zu Phosphor aus zwei verschiedenen Arbeiten angegeben. +In der folgenden Tabelle 3 sind Referenzbereiche für Calciumund Phosphorwerte im Blutserum für den Menschen sowie für Kaninchen aus drei verschiedenen Quellen angegeben. Sie umfassen einen relativ großen Bereich, deshalb sind noch tatsächliche, gemessene Werte für Männchen und Weibchen sowie das Verhältnis von Ca zu Phosphor aus zwei verschiedenen Arbeiten angegeben, außerdem Referenzbereiche für eine Auswahl von 155 klinisch gesunden Kaninchen
  
 **Tabelle 3:** Referenz- und Messwerte von Calcium und Phosphor in Blutserum, in mmol/L sowie Verhältnis von Ca zu P (Basis = 2,0 für Calcium) **Tabelle 3:** Referenz- und Messwerte von Calcium und Phosphor in Blutserum, in mmol/L sowie Verhältnis von Ca zu P (Basis = 2,0 für Calcium)
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 |Kaninchen, Messwerte, Männchen((Shousha, S. M., Mahmoud, M. A., & Hameed, K. 2017. Some Haemato-Biochemical Values in White New Zealand Rabbits. Journal of Agriculture and Veterinary Science. Volume 10, Issue 7 Ver. I. 40-44.))|3,35|1,37|2,0:0,8| |Kaninchen, Messwerte, Männchen((Shousha, S. M., Mahmoud, M. A., & Hameed, K. 2017. Some Haemato-Biochemical Values in White New Zealand Rabbits. Journal of Agriculture and Veterinary Science. Volume 10, Issue 7 Ver. I. 40-44.))|3,35|1,37|2,0:0,8|
 |Kaninchen, Messwerte, Weibchen((Shousha, S. M., Mahmoud, M. A., & Hameed, K. 2017. Some Haemato-Biochemical Values in White New Zealand Rabbits. Journal of Agriculture and Veterinary Science. Volume 10, Issue 7 Ver. I. 40-44.))|3,40|1,25|2,0:0,7| |Kaninchen, Messwerte, Weibchen((Shousha, S. M., Mahmoud, M. A., & Hameed, K. 2017. Some Haemato-Biochemical Values in White New Zealand Rabbits. Journal of Agriculture and Veterinary Science. Volume 10, Issue 7 Ver. I. 40-44.))|3,40|1,25|2,0:0,7|
 +|Hein & Hartmann, 2003((Hein, J., & Hartmann, K. 2003. Labordiagnostische Referenzbereiche bei Kaninchen. Tierärztliche Praxis Ausgabe K: Kleintiere/Heimtiere, 31(05), 321-328.)) (//n//=155)|3,1-3,9|0,81-3,15\\ 1,46-3,51 (1,5-4M)\\ 0,78-1,94 (>4M)\\ 0,83-2,76 (männlich)\\ 1,24-1,31 (weiblich) | |
  
 ===== Empfehlungen für Mineralstoffgehalte ===== ===== Empfehlungen für Mineralstoffgehalte =====
-In der folgenden Tabelle sind Empfehlungen für Mineralstoffgehalte aufgeführt, wie sie von namhaften Wissenschaftlern in der Literatur zu finden sind. Diese beziehen sich ausschließlich auf kommerzielle Futtermittel (Pellets) mit einem Trockenmassegehalt von ca. 90% und wurden aus Laborversuchen abgeleitet.+In der folgenden Tabelle sind Empfehlungen für Mineralstoffgehalte aufgeführt, wie sie von namhaften Wissenschaftlern in der Literatur zu finden sind. Diese beziehen sich ausschließlich auf kommerzielle Futtermittel (Pellets) mit einem Trockenmassegehalt von ca. 90% und wurden aus Laborversuchen abgeleitet.
  
 **Tabelle 4:** Ausgewählte, minimale Empfehlungen für Ca-, P- und Mg-Gehalte in kommerziellen Futtermitteln für Kaninchen und das Verhältnis von Ca:P:Mg (Basis = 2,0 für Calcium); k. A. = keine Angabe **Tabelle 4:** Ausgewählte, minimale Empfehlungen für Ca-, P- und Mg-Gehalte in kommerziellen Futtermitteln für Kaninchen und das Verhältnis von Ca:P:Mg (Basis = 2,0 für Calcium); k. A. = keine Angabe
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 |Pet rabbit((Lowe, J. A. 2010. Pet Rabbit Feeding and Nutrition. In: C. de Blas und J. Wiseman (Hrsg.). Nutrition of the Rabbit. CAB International, 2010.))|5,6|5,6|3,3|2,0:2,0:1,2| |Pet rabbit((Lowe, J. A. 2010. Pet Rabbit Feeding and Nutrition. In: C. de Blas und J. Wiseman (Hrsg.). Nutrition of the Rabbit. CAB International, 2010.))|5,6|5,6|3,3|2,0:2,0:1,2|
  
-Nur zwei Empfehlungen von Lebas //et al//., 1997 und Lebas, 2004 spiegeln das Verhältnis von Calcium zu Phosphor von 2 : <1 im Blutplasma (siehe Tabelle 2)besonders fragwürdig scheint die Empfehlung von Lowe, 2010((Lowe, J. A. 2010. Pet Rabbit Feeding and Nutrition. In: C. de Blas und J. Wiseman (Hrsg.). Nutrition of the Rabbit. CAB International, 2010.)) für „Heimkaninchen“ (Pet rabbit). +Nur zwei Empfehlungen von Lebas //et al//., 1997 und Lebas, 2004 spiegeln das Verhältnis von Calcium zu Phosphor von 2 : <1 im Blutplasma (siehe Tabelle 3)besonders fragwürdig scheint die Empfehlung von Lowe, 2010((Lowe, J. A. 2010. Pet Rabbit Feeding and Nutrition. In: C. de Blas und J. Wiseman (Hrsg.). Nutrition of the Rabbit. CAB International, 2010.)) für „Heimkaninchen“ (//Pet rabbit//). 
  
 Mateos //et al//., 2010((Mateos, G. G., Rebollar, P. G. und de Blas, C. 2010. Minerals, Vitamins and Additives. [Hrsg.] C. de Blas und J. Wiseman. Nutrition of the Rabbit. 2nd Ed. CAB International, 2010, S. 119-150.)) folgerten im Zusammenhang mit dem Problem der „Nephrocalcinose“ (Nierenverkalkung), dass das Erreichen eines niedrigen Phosphorgehalt in kommerziellen Futtermitteln nur zu erreichen wäre, wenn der Einsatz einiger phosphorreicher Rohstoffe wie Getreide und Getreide-Nebenprodukten in Futtermitteln eingeschränkt würde, was aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar wäre. Ein hoher Phosphorgehalt kann auch für die Entstehung von [[krankheiten:harnsteine|Harnsteinen]] verantwortlich sein. Mateos //et al//., 2010((Mateos, G. G., Rebollar, P. G. und de Blas, C. 2010. Minerals, Vitamins and Additives. [Hrsg.] C. de Blas und J. Wiseman. Nutrition of the Rabbit. 2nd Ed. CAB International, 2010, S. 119-150.)) folgerten im Zusammenhang mit dem Problem der „Nephrocalcinose“ (Nierenverkalkung), dass das Erreichen eines niedrigen Phosphorgehalt in kommerziellen Futtermitteln nur zu erreichen wäre, wenn der Einsatz einiger phosphorreicher Rohstoffe wie Getreide und Getreide-Nebenprodukten in Futtermitteln eingeschränkt würde, was aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar wäre. Ein hoher Phosphorgehalt kann auch für die Entstehung von [[krankheiten:harnsteine|Harnsteinen]] verantwortlich sein.
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 {{mineralstoffe:mineralstoffgehalte.png}} {{mineralstoffe:mineralstoffgehalte.png}}
  
-Ohne die absoluten Werte zu betrachten lässt sich feststellen, dass das Verhältnis in der arttypischen Nahrung (Extensivweide, Landsberger Gemenge) von Ca:P mit 2:<1 dem der gemessenen Werte bei Kaninchen im Blutserum entspricht (siehe Tabelle 2). Dieses Verhältnis liegt in handelsüblichen Pellets etwas über 2:1, das von Mohrrübe und Futterrübe mit 2:1,5 deutlich darüber und das von verarbeiten Grundstoffen für Futtermittel mit 2:6 extrem höher. +Ohne die absoluten Werte zu betrachten lässt sich feststellen, dass das Verhältnis in der arttypischen Nahrung (Extensivweide, Landsberger Gemenge) von Ca:P mit 2:<1 dem der gemessenen Werte bei Kaninchen im Blutserum entspricht (siehe Tabelle 3). Dieses Verhältnis liegt in handelsüblichen Pellets etwas über 2:1, das von Mohrrübe und Futterrübe mit 2:1,5 deutlich darüber und das von verarbeiten Grundstoffen für Futtermittel mit 2:6 extrem höher. 
  
 In Pellets wird das Verhältnis von Ca:P entsprechend eingestellt, so dass es im Endprodukt den Empfehlungen entspricht, die allerdings auch wirtschaftlichen Erwägungen folgen. Ersichtlich wird das durch die Angabe der prozentualen Gehalte unter den analytischen Bestandteilen (Inhaltsstoffe).  In Pellets wird das Verhältnis von Ca:P entsprechend eingestellt, so dass es im Endprodukt den Empfehlungen entspricht, die allerdings auch wirtschaftlichen Erwägungen folgen. Ersichtlich wird das durch die Angabe der prozentualen Gehalte unter den analytischen Bestandteilen (Inhaltsstoffe). 
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 Bei „Sand, Quarz (SiO<sub>2</sub>)“ im obigen Bild handelt es sich um Silikate in Form von Kieselsäure, die von Pflanzen über das Wasser aufgenommen werden und ihnen als Gewebestabilisierung und z. B. als Schutz vor Pilzerkrankungen dienen. Sie werden auch als „Phytolithe“ bezeichnet und kommen in größerer Menge vor allem in Gräsern vor. Die Ritzhärte der Phytolithe liegt deutlich über der des Zahnschmelzes und so ist durchaus denkbar, dass der Beitrag der Silikate zum Zahnabrieb eine größere Beachtung verdient, als ihnen in Fachartikeln zukommt. Im Fall von Pferden ist das Problem eines übermäßigen Abriebs der Zähne durch den vorwiegenden Verzehr „harter“ Gräser bekannt – „hart“ auf Grund der gewebestabilisierenden Silikate. Für Kaninchen konnten die positiven Auswirkungen von Phytolithen in Pellets und Heu auf den Zahnabrieb belegt werden((Müller, J., Clauss, M., Codron, D., Schulz, E., Hummel, J., Fortelius, M., Kircher, P., Hatt, J. M. 2014. Growth and wear of incisor and cheek teeth in domestic rabbits (Oryctolagus cuniculus) fed diets of different abrasiveness. Journal of Experimental Zoology Part A: Ecological Genetics and Physiology, 321(5), 283-298.)).  Bei „Sand, Quarz (SiO<sub>2</sub>)“ im obigen Bild handelt es sich um Silikate in Form von Kieselsäure, die von Pflanzen über das Wasser aufgenommen werden und ihnen als Gewebestabilisierung und z. B. als Schutz vor Pilzerkrankungen dienen. Sie werden auch als „Phytolithe“ bezeichnet und kommen in größerer Menge vor allem in Gräsern vor. Die Ritzhärte der Phytolithe liegt deutlich über der des Zahnschmelzes und so ist durchaus denkbar, dass der Beitrag der Silikate zum Zahnabrieb eine größere Beachtung verdient, als ihnen in Fachartikeln zukommt. Im Fall von Pferden ist das Problem eines übermäßigen Abriebs der Zähne durch den vorwiegenden Verzehr „harter“ Gräser bekannt – „hart“ auf Grund der gewebestabilisierenden Silikate. Für Kaninchen konnten die positiven Auswirkungen von Phytolithen in Pellets und Heu auf den Zahnabrieb belegt werden((Müller, J., Clauss, M., Codron, D., Schulz, E., Hummel, J., Fortelius, M., Kircher, P., Hatt, J. M. 2014. Growth and wear of incisor and cheek teeth in domestic rabbits (Oryctolagus cuniculus) fed diets of different abrasiveness. Journal of Experimental Zoology Part A: Ecological Genetics and Physiology, 321(5), 283-298.)). 
  
-Für den Mineralstoffwechsel sind weiterhin verschiedene [[:hormone|Hormone]] essentiell. Typische Erkrankungen auf Grund eines suboptimalen Mineralstoffwechsels sind die Bildung von Blasengries, [[krankheiten:Harnsteine]]sowie [[krankheiten:Zahnfehler]].+Für den Mineralstoffwechsel sind weiterhin verschiedene [[:hormone|Hormone]] essentiell. Typische Erkrankungen auf Grund eines suboptimalen Mineralstoffwechsels sind die Bildung von Blasengries, [[krankheiten:harnsteine|Harnsteinen]] sowie [[krankheiten:Zahnfehler]].
  
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mineralstoffe.1769150428.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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