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sinne:riechen

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sinne:riechen [2026/03/20 20:43] andreassinne:riechen [2026/03/21 20:17] (aktuell) andreas
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 ====== Riechen ====== ====== Riechen ======
-Kaninchen zählen zu den "Makrosmaten" gezählt (von griech.: makro = groß, osmē = Geruch). In verschiedenen Zusammenhängen werden sie auch als "Nasentiere" bezeichnet. So werden Säugetiere genannt, deren primärer Sinn der Geruchssinn ist und die ihre Umwelt hauptsächlich über die Nase wahrnehmen. Kaninchen nutzen die Nase zur Nahrungssuche, Kommunikation, Orientierung und Gefahrenerkennung. Andere Sinne wie z. B. das [[Sinne:Sehen|Sehen]] sind bei diesen Tieren schlechter ausgeprägt. +Kaninchen werden zu den "Makrosmaten" gezählt (von griech.: makro = groß, osmē = Geruch). In verschiedenen Zusammenhängen werden sie auch als "Nasentiere" bezeichnet. So werden Säugetiere genannt, deren primärer Sinn der Geruchssinn ist und die ihre Umwelt hauptsächlich über die Nase wahrnehmen. Kaninchen nutzen die Nase zur Nahrungssuche, Kommunikation, Orientierung und Gefahrenerkennung. Andere Sinne wie z. B. das [[Sinne:Sehen|Sehen]] sind bei diesen Tieren schlechter ausgeprägt. 
  
 Kaninchen besitzen nach Kaetzke, et al., 2003((Kaetzke, J., Niedermeier, J. und Masseti, M. 2003. Europäisches Wildkaninchen. In: F. & Niethammer, J. Krapp. Handbuch der Säugetiere Europas. Hasenartige. Wiesbaden : Akad. Verl.-Ges., 2003, Bd. 3/2)) etwa 100 Millionen Riechzellen in den beiden Nasenmuscheln, dies entspricht ca. 120.000 Riechzellen pro cm<sup>2</sup> Riechschleimhaut. Der Mensch verfügt über ca. 10-30 Millionen Riechsinneszellen; ein Hund über ca. 250 Millionen Riechzellen und ein Aal über fast 1 Milliarde. Die meisten Zellen des Riechhirns sind bereits bei der Geburt voll entwickelt.  Kaninchen besitzen nach Kaetzke, et al., 2003((Kaetzke, J., Niedermeier, J. und Masseti, M. 2003. Europäisches Wildkaninchen. In: F. & Niethammer, J. Krapp. Handbuch der Säugetiere Europas. Hasenartige. Wiesbaden : Akad. Verl.-Ges., 2003, Bd. 3/2)) etwa 100 Millionen Riechzellen in den beiden Nasenmuscheln, dies entspricht ca. 120.000 Riechzellen pro cm<sup>2</sup> Riechschleimhaut. Der Mensch verfügt über ca. 10-30 Millionen Riechsinneszellen; ein Hund über ca. 250 Millionen Riechzellen und ein Aal über fast 1 Milliarde. Die meisten Zellen des Riechhirns sind bereits bei der Geburt voll entwickelt. 
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 Der Geruchssinn dient auch der Nahrungsselektion. Niehaus, 1968((Niehaus, H. 1968. Zur Ernährungsphysiologie des Kaninchens. Arch. Geflügelzucht u. Kleintierkd. 1968, Bd. 17, S. 25-42)) demonstrierte dies, indem er Kaninchen ein Futter mit verdorbenen Komponenten anbot. Die Tiere verschmähten die schlechten Bestandteile.  Der Geruchssinn dient auch der Nahrungsselektion. Niehaus, 1968((Niehaus, H. 1968. Zur Ernährungsphysiologie des Kaninchens. Arch. Geflügelzucht u. Kleintierkd. 1968, Bd. 17, S. 25-42)) demonstrierte dies, indem er Kaninchen ein Futter mit verdorbenen Komponenten anbot. Die Tiere verschmähten die schlechten Bestandteile. 
  
-Wenn Jungtiere den Bau verlassen, bleiben sie zunächst in der Nähe des Eingangs. Mit der Zeit nehmen die Entfernungen zu, aber in bestimmten Abständen wird der Eingang zum Bau immer wieder aufgesucht. Später werden auch neue Wege getestet und die Erreichbarkeit des Baus durch Sprints getestet.+Wenn Jungtiere den Bau verlassen, bleiben sie zunächst in der Nähe des Eingangs. Mit der Zeit nehmen die Entfernungen zu, aber in bestimmten Abständen wird der Eingang zum Bau immer wieder aufgesucht. Später werden auch neue Wege getestet und die Erreichbarkeit des Baus durch Sprints getestet. In erster Linie prägen sich Kaninchen ihre Fluchtwege durch geruchliche (olfaktorische) Markierungen ein. Entlang der Wege werden markante Punkte wie Erhebungen, Steine und auch Pflanzen mit den Kinndrüsen markiert. Diese bilden gewissermaßen Gassen, welche durch Geruchsmarken erkannt werden. Kaninchen auf der Flucht werden immer die ver-trauten Wege nutzen. Veränderungen im Revier werden sofort registriert und immer vorsichtig erkundet
  
-In erster Linie prägen sich Kaninchen ihre Fluchtwege durch geruchliche (olfaktorische) Markierungen ein. Entlang der Wege werden markante Punkte wie ErhebungenSteine und auch Pflanzen mit den Kinndrüsen markiert. Diese bilden gewissermaßen Gassenwelche durch Geruchsmarken erkannt werden. Kaninchen auf der Flucht werden immer die ver-trauten Wege nutzenVeränderungen im Revier werden sofort registriert und immer vorsichtig erkundet+Aufgrund ihrer Fähigkeiteine große Zahl und auch Mischungen von Gerüchen zu unterscheidensind Kaninchen in der Lage, Artgenossen und Artfremde zu unterscheiden. Das „Riechen“ ist enorm wichtig für die Kommunikation von Kaninchen untereinanderInsbesondere die Gruppenzugehörigkeit wird über Duftsekrete aus Drüsen signalisiert.
  
-Aufgrund ihrer Fähigkeit, eine große Zahl und auch Mischungen von Gerüchen zu unterscheiden, sind Kaninchen in der Lage, Artgenossen und Artfremde zu unterscheidenDas Riechen“ ist enorm wichtig für die Kommunikation von Kaninchen untereinander. Insbesondere die Gruppenzugehörigkeit wird über Duftsekrete aus Drüsen signalisiert. Für diesen Zweck verfügen Kaninchen über drei Drüsen: +Für den „Gruppengeruch“ sind hauptsächlich dominante Männchen verantwortlichSie markieren“ (kennzeichnenmarkante Punkte im Territorium und an dessen Grenzen sowie Gruppenmitglieder immer wieder mit Sekreten aus Kinn- und Inguinaldrüsen. 
-  * Kinndrüsen, die sich unter dem Unterkiefer befinden (mandibuläre Drüsen) +
-  * Drüsen in der Leistenregion (Inguinaldrüsen, auch „Geschlechtsecken“ genannt) und +
-  * Drüsen in der Afterregion (Analsdrüsen).+
  
-Für den „Gruppengeruch“ sind hauptsächlich dominante Rammler verantwortlichSie markieren“ (kennzeichnenmarkante Punkte im Territorium und an dessen Grenzen sowie Gruppenmitglieder immer wieder mit Sekreten aus Kinn- und Inguinaldrüsen. +Bis zu einem Alter von 8 Tagen ist bei Kaninchen kein wahrnehmbarer Geruch aus den Inguinaldrüsen feststellbar. Wenn fremde Tiere in einer existierenden Gruppe erscheinen, werden sie vor allem von älteren, dominanten Männchen immer wieder markiert“. Zu diesem Zweck werden auch jüngere Tiere in einer Form bestiegen, die auch aufreiten“ genannt wird und in der Regel (in diesem Fall fälschlichin einem sexuellen Zusammenhang gesehen wird. Tatsächlich werden die Tiere bei dieser Gelegenheit mit dem Sekret aus den Inguinaldrüsen versehen. Das sprichwörtliche „berammelt alles“ hat also nicht immer etwas mit dem Deckverhalten von Rammlern zu tun, sondern dient häufig der Markierung von Gruppenmitgliedern. Auf diese Weise werden fremde Tiere den Gruppenmitgliedern langsam vertraut und von diesen akzeptiert
  
-Bis zu einem Alter von 8 Tagen ist bei Kaninchen kein wahrnehmbarer Geruch aus den Inguinaldrüsen feststellbar. Wenn fremde Tiere in einer existierenden Gruppe erscheinen, werden sie vor allem von älteren, dominanten Rammlern immer wieder „markiert“. Zu diesem Zweck werden auch jüngere Tiere in einer Form bestiegen, die auch „aufreiten“ genannt wird und in der Regel (in diesem Fall fälschlich) in einem sexuellen Zusammenhang gesehen wird. Tatsächlich werden die Tiere bei dieser Gelegenheit mit dem Sekret aus den Inguinaldrüsen versehen. Das sprichwörtliche „berammelt alles“ hat also nicht immer etwas mit dem Deckverhalten von Rammlern zu tun, sondern dient häufig der Markierung von Gruppenmitgliedern. Auf diese Weise werden fremde Tiere den Gruppenmitgliedern langsam vertraut und von diesen akzeptiert.  +Jungtiere beschränken ihren Aufenthalt im Territorium auf einen Bereich, der durch Geruchsmarken als ihr „Zuhause“ gekennzeichnet ist. Fremde Jungtiere werden oft von eingesessenen, gleichaltrigen Tieren oder erwachsenen Weibchen angegriffen. Aufgrund dieser Feindseligkeiten sterben viele junge Wildkaninchen, die außerhalb des Hauptbaus oder von Satellitenweibchen geboren wurden und versuchen, sich einer bestehenden Gruppe anzuschließen (Mykytowycz & Goodrich, 1974((Mykytowycz, R., & Goodrich, B. S. (1974). Skin glands as organs of communication in mammals. Journal of Investigative Dermatology, 62(3), 124-131))). 
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-Jungtiere beschränken ihren Aufenthalt im Territorium auf einen Bereich, der durch Geruchsmarken als ihr „Zuhause“ gekennzeichnet ist. Fremde Jungtiere werden oft von eingesessenen, gleichaltrigen Tieren oder erwachsenen Weibchen angegriffen. Aufgrund dieser Feindseligkeiten sterben viele junge Wildkaninchen, die außerhalb des Hauptbaus oder von Satellitenweibchen geboren wurden und versuchen, sich einer bestehenden Gruppe anzuschließen.  (Mykytowycz, et al., 1974((Mykytowycz, R., & Goodrich, B. S. (1974). Skin glands as organs of communication in mammals. Journal of Investigative Dermatology, 62(3), 124-131))). +
  
 Experimente haben gezeigt, dass Jungtiere den Geruch der Anal-Drüse ihrer Mutter leichter akzeptieren als andere Gerüche. Auf Grund der Kenntnis des Geruchs der Mutter beschränken sie ihren Aufenthalt auf Gebiete im Territorium der Gruppe, in denen sie vor Aggression von Mitgliedern einer anderen Gruppe geschützt sind. Beobachtungen wie auch Untersuchungen zeigten, dass Kaninchen zwischen Tieren verschiedener sozialer Gruppen unterscheiden können.  Experimente haben gezeigt, dass Jungtiere den Geruch der Anal-Drüse ihrer Mutter leichter akzeptieren als andere Gerüche. Auf Grund der Kenntnis des Geruchs der Mutter beschränken sie ihren Aufenthalt auf Gebiete im Territorium der Gruppe, in denen sie vor Aggression von Mitgliedern einer anderen Gruppe geschützt sind. Beobachtungen wie auch Untersuchungen zeigten, dass Kaninchen zwischen Tieren verschiedener sozialer Gruppen unterscheiden können. 
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 Einige Kotplätze bzw. Latrinen befinden sich an den Reviergrenzen bestehender Gruppen. Sie zeigen fremden Tieren, dass ab dieser Grenze ein Bereich beginnt, der einer Gruppe gehört. Tiere, die zu dieser Gruppe gehören, kennen dagegen den Bereich, in dem sie relativ geschützt vor Angriffen gruppenfremder Tiere sind. Einige Kotplätze bzw. Latrinen befinden sich an den Reviergrenzen bestehender Gruppen. Sie zeigen fremden Tieren, dass ab dieser Grenze ein Bereich beginnt, der einer Gruppe gehört. Tiere, die zu dieser Gruppe gehören, kennen dagegen den Bereich, in dem sie relativ geschützt vor Angriffen gruppenfremder Tiere sind.
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 +Lang, 2009((Lang, C. (2009). Klinische und ethologische Untersuchungen zur Haltung wachsender Kaninchen (Doctoral dissertation, Universitätsbibliothek Giessen). https://jlupub.ub.uni-giessen.de/server/api/core/bitstreams/1d37c92d-dd23-40c2-925a-93e0fe0c0d1e/content)) untersuchte die [[verhalten:vergesellschaftung|Vergesellschaftung]] weiblicher Kaninchen in einem "neutralen" Raum mit dem Ergebnis, dass dieser keinen Einfluss auf das antagonistische Verhalten der Tiere hatte.
  
sinne/riechen.1774035786.txt.gz · Zuletzt geändert: von andreas

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