fuetterung:geschichte
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| fuetterung:geschichte [2025/07/26 09:23] – kathrin | fuetterung:geschichte [2026/08/26 07:31] (aktuell) – [20. Jahrhundert] kathrin | ||
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| Im Laufe der Zeit hat sich die Fütterung der Kaninchen stark verändert. Einen bedeutenden Einschnitt stellte die Einführung von industriellen Mischfuttermitteln dar. Diese kamen anfangs noch als Grundfutter ohne Beimischungen, | Im Laufe der Zeit hat sich die Fütterung der Kaninchen stark verändert. Einen bedeutenden Einschnitt stellte die Einführung von industriellen Mischfuttermitteln dar. Diese kamen anfangs noch als Grundfutter ohne Beimischungen, | ||
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| - | Aus eigener Erfahrung kennt der Autor die Kaninchenhaltung der Großeltern auf dem Dorf in Ställen. Die Kaninchen wurden für den eigenen Bedarf in Ställen gehalten und zu besonderen Anlässen geschlachtet. Im Sommer wurden sie auf umzäunte Wiesenstücke gesetzt. Die Ernährung erfolgte von Frühjahr bis Herbst zum größten Teil mit frischem Grün von der Wiese, welches vom eigenen Grundstück oder umliegenden Feldern und Wiesen gesammelt wurde. Ergänzt wurde es mit Resten aus der Küche wie gedämpften (gekochten) Kartoffeln, Kartoffelschalen, | + | Aus eigener Erfahrung kennt der Autor [A. R.] die Kaninchenhaltung der Großeltern auf dem Dorf in Ställen. Die Kaninchen wurden für den eigenen Bedarf in Ställen gehalten und zu besonderen Anlässen geschlachtet. Im Sommer wurden sie auf umzäunte Wiesenstücke gesetzt. Die Ernährung erfolgte von Frühjahr bis Herbst zum größten Teil mit frischem Grün von der Wiese, welches vom eigenen Grundstück oder umliegenden Feldern und Wiesen gesammelt wurde. Ergänzt wurde es mit Resten aus der Küche wie gedämpften (gekochten) Kartoffeln, Kartoffelschalen, |
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| - | Im 17. Jahrhundert ernährten sich frei- oder in Gehegen lebende Kaninchen von frischem Grünfutter, | ||
| - | Im 5. Band des " | + | ===== 17.–18. Jahrhundert ===== |
| - | LeClerc de Buffon, 1775((LeClerc de Buffon, G. L. 1775. Naturgeschichte der vierfüßigen Thiere. Berlin : Pauli, 1775. Bd. 3)) schrieb, dass domestizierte Tiere mit Weizen | + | Im 17. Jahrhundert ernährten sich frei- oder in Gehegen lebende Kaninchen von frischem Grünfutter, nur im Winter wurden sie hauptsächlich mit Heu, Stroh, Weidenzweigen, |
| - | < | + | Im 5. Band des "Grossen vollständigen Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste" von Zedler, 1733((Zedler. 1733. Zedlers Universal-Lexicon, |
| - | < | + | LeClerc de Buffon, 1775((LeClerc de Buffon, G. L. 1775. Naturgeschichte |
| - | Zur gleichen Zeit beschrieb Schiffmann, 1872((Schiffmann, E. 1872. Das französische Kaninchen (Lapin) und dessen rationelle Zucht in Deutschland. 2. Aufl. Nürnberg | + | < |
| - | In Meyers Konservationslexikon aus dem Jahr 1885((Meyers. 1885. Meyers Konversationslexikon (1885-1892). Leipzig & Wien : Verlag des Bibliographischen Instituts, 1885. Bde. 4. Aufl., 9. Band: Irideen - Königsgrün)) wird als Fütterungsempfehlung für Kaninchen folgendes angegeben: "// | + | ===== 19. Jahrhundert ===== |
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| + | Zur gleichen Zeit beschrieb Schiffmann, 1872((Schiffmann, | ||
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| + | In Meyers Konservationslexikon aus dem Jahr 1885((Meyers. 1885. Meyers Konversationslexikon (1885-1892). Leipzig & Wien : Verlag des Bibliographischen Instituts, 1885. Bde. 4. Aufl., 9. Band: Irideen - Königsgrün.)) wird als Fütterungsempfehlung für Kaninchen folgendes angegeben: "// | ||
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| - | Neben der Haltung der Kaninchen in Großviehställen bildeten sich bereits Mitte des 18. Jahrhunderts erste Formen der Heimtierhaltung heraus, indem vor allem Kinder sich Jungtieren der " | + | ===== 20. Jahrhundert ==== |
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| + | Neben der Haltung der Kaninchen in Großviehställen bildeten sich bereits Mitte des 18. Jahrhunderts erste Formen der Heimtierhaltung heraus, indem vor allem Kinder sich Jungtieren der " | ||
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| Als Beweis für die Genügsamkeit des Kaninchens berichtete Felden über Versuche, die er „// | Als Beweis für die Genügsamkeit des Kaninchens berichtete Felden über Versuche, die er „// | ||
| - | < | + | (Schwarztrauber, |
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| + | Als Grünfutter war nach Wulf, 1921((Wulf, A. 1921. Taschenbuch der Kleinhaustiere (Federvieh, Kaninchen, Meerschweinchen, | ||
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| + | A. Russo, der //" | ||
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| - die Trockenfütterung, | - die Trockenfütterung, | ||
| - die gemischte Fütterung (besteht neben den obigen Komponenten weiterhin aus "// | - die gemischte Fütterung (besteht neben den obigen Komponenten weiterhin aus "// | ||
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| Der Übergang im Frühjahr von Heu auf Grünfutter sollte nach Schneiders Darstellung langsam erfolgen: ein Handvoll für den ersten Tag, den folgenden Tag zwei Hände voll, nach acht Tagen das doppelte, wobei entsprechend das Trockenfutter reduziert wird. Das Grünfutter sollte abwechslungsreich aus einer Mischung von süßen Gräsern, Löwenzahn, Spitzwegerich, | Der Übergang im Frühjahr von Heu auf Grünfutter sollte nach Schneiders Darstellung langsam erfolgen: ein Handvoll für den ersten Tag, den folgenden Tag zwei Hände voll, nach acht Tagen das doppelte, wobei entsprechend das Trockenfutter reduziert wird. Das Grünfutter sollte abwechslungsreich aus einer Mischung von süßen Gräsern, Löwenzahn, Spitzwegerich, | ||
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| - | Als Grünfutter war nach Wulf, 1921((Wulf, A. 1921. Taschenbuch der Kleinhaustiere (Federvieh, Kaninchen, Meerschweinchen, | ||
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| - | A. Russo, der //" | ||
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| A. Will lieferte 1931((Will, A., & Kerschagl, W. 1931. Die Kaninchenzucht der Gegenwart. Mit einem Anhange: Krankheiten des Kaninchens. München: Mayer. (Der Deutsche Pelztierzüchter).)) folgenden Hinweis: //"Das Fütterungsproblem besteht nun darin, das Futter so zusammenzustellen, | A. Will lieferte 1931((Will, A., & Kerschagl, W. 1931. Die Kaninchenzucht der Gegenwart. Mit einem Anhange: Krankheiten des Kaninchens. München: Mayer. (Der Deutsche Pelztierzüchter).)) folgenden Hinweis: //"Das Fütterungsproblem besteht nun darin, das Futter so zusammenzustellen, | ||
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| Dazu empfahl er Trockenfutter (Heu -- //"Ich glaube festgestellt zu haben, daß man von Heu etwa den dritten Teil der Menge braucht wie von Grünfutter."// | Dazu empfahl er Trockenfutter (Heu -- //"Ich glaube festgestellt zu haben, daß man von Heu etwa den dritten Teil der Menge braucht wie von Grünfutter."// | ||
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| - | Tabelle 1: Gruppen von Futtermitteln vergangener Zeiten((Brüggemann, | + | Tabelle 1: Gruppen von Futtermitteln vergangener Zeiten((Brüggemann, |
| ^ Raufutter | ^ Raufutter | ||
| | Wiesenheu | | Wiesenheu | ||
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| | Brennnesselheu | | Brennnesselheu | ||
| - | Von Gadsch, 1944((Gadsch, | + | Nach Jaeger, 1942((Jaeger, |
| - | < | + | Zum Eigenanbau empfohlen wurden Roggen, Weizen und Wintergerste, |
| - | Joppich, 1946((Joppich, | + | Als wichtigste " |
| - | * pflanzliche Abfälle aus den Haushalt (Gemüsereste, | + | //" |
| + | Heu und Grünfutter soll den Kaninchen stets in einer Raufe gereicht werden. Es ist ratsam, Raufen mit einem Deckel zu verwenden, | ||
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| + | * pflanzliche Abfälle aus dem Haushalt (Gemüsereste, | ||
| * Unkräuter aller Art wie Brennnesseln, | * Unkräuter aller Art wie Brennnesseln, | ||
| * Gartenabfälle wie Möhrenkraut, | * Gartenabfälle wie Möhrenkraut, | ||
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| * als Kraftfutter Hafer, Gerste und Kleie.\\ | * als Kraftfutter Hafer, Gerste und Kleie.\\ | ||
| - | (Schwarztrauber, | + | Zum Grundfutter fasste Schürch, 1949((Schürch, |
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| - | Zum Grundfutter fasste Schürch, 1949((Schürch, | + | |
| - | Beispiel einer Winterration nach Schürch, 1949 für ein 3,5kg Tier, mit der es über eine längere Periode bei gleichbleibendem Gewicht erhalten werden kann (Erhaltungsbedarf): | + | < |
| - | < | + | * 50 g mittelgutes Heu |
| * 40 g Emd oder sehr gutes Heu (Emd = zweiter Schnitt, auch Grummet) | * 40 g Emd oder sehr gutes Heu (Emd = zweiter Schnitt, auch Grummet) | ||
| * 100 g Futterrüben | * 100 g Futterrüben | ||
| Zeile 77: | Zeile 90: | ||
| 1 Teil mittelgutes Heu ließe sich durch 2 - 3 Teile Grünfuttersilage, | 1 Teil mittelgutes Heu ließe sich durch 2 - 3 Teile Grünfuttersilage, | ||
| - | Mangold und Fangauf gaben 1950((Mangold, | + | „Praktische Kaninchenzucht“, |
| + | |||
| + | Mögliche Grünfuttermittel: | ||
| + | Ackerdistel, | ||
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| + | //"Das Wiesengras ist um so wertvoller, je blattreicher und feinstengliger es ist. Sein Wert wird wesentlich durch das Vorhandensein von Wegerich, Bärenklau, Schafgarbe, Minze, Hederich, Brennessel, Petersilie, Kümmel usw. gesteigert. Der wegen seines günstigen Einflusses auf die Milchbildung bei säugenden Häsinnen geschätzte Löwenzahn sowie die Milchdistel verdienen, als Futterstoffe besonders beachtet zu werden.\\ | ||
| + | Als Würzkräuter, | ||
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| + | Mangold und Fangauf gaben 1950((Mangold, | ||
| - | Brandsch, 1968((Brandsch, | + | Brandsch, 1968((Brandsch, |
| - | Nach Niehaus, 1968((Niehaus, | + | Nach Niehaus, 1968((Niehaus, |
| - | Meinhardt, 1969((Meinhardt, | + | Meinhardt, 1969((Meinhardt, |
| - | Dorn, 1973((Dorn, F. K. 1973. Rassekaninchenzucht: | + | Dorn, 1973((Dorn, F. K. 1973. Rassekaninchenzucht: |
| - | In den 1980er Jahren nahm die Heimtierhaltung in der DDR in den industriellen Ballungsgebieten zu - ca. 15 Jahre später als in der BRD. Vor allem Zwergkaninchen wurden auf Grund ihrer (angenommenen) geringen Bedürfnisse in Wohnungen und auf Balkonen gehalten. Mit der Entwicklung der Mischfuttermittel bestand die Notwendigkeit, | + | In den 1980er Jahren nahm die Heimtierhaltung in der DDR in den industriellen Ballungsgebieten zu -- ca. 15 Jahre später als in der BRD. Vor allem [[hauskaninchen: |
| - | Ursprüngliche Daten für die Ernährung von Kaninchen resultierten aus Versuchen mit verschiedenen Futtermitteln und zusätzlichem Kraftfutter, | + | Ursprüngliche Daten für die Ernährung von Kaninchen resultierten aus Versuchen mit verschiedenen |
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