Assoziierte Gene:
Vererbung: polygen
Symbol: Pn (Si)
Phänotyp:
Die Bezeichnung „Silber“ bezieht sich auf eine Mischung aus pigmentierten und nicht pigmentierten (weißen) Fellhaaren. Die Silberung erscheint allmählich mit dem Haarwechsel heranwachsender Kaninchen und ist erst bei adulten Tieren vollständig ausgeprägt.
Nach Cleffmann (1953) „beruht das weißlich graue Aussehen des erwachsenen Tieres darauf, daß beim ersten Haarwechsel die stärkeren Haare (vor allem Deck- und Leithaare) pigmentfrei werden.“. Diejenigen Haare, die beim Wildkaninchen die größte Bindenlänge haben, würden zuerst den Haarwechsel durchmachen; jedoch mit Ausnahme des Aalstrichs, welcher früh in den Haarwechsel eintrete.
„Beim etwa 3 Wochen alten Tier erscheinen an der Schnauze die ersten weißen Haare. Bald folgen weiße Flecken an der Brust, hinter den Vorderbeinen und am Leistenring. Diese Zentren vereinigen sich zu einer ventralen Medianlinie, die sich langsam dorsalwärts verbreitert. Dabei schreitet die Silberung an einigen Stellen besonders schnell vorwärts, nämlich an der Brust, hinter den Vorderläufen, zwischen dem Schwanz und den Hinterläufen sowie vor den Hinterläufen. Etwa vom 70. Lebenstag an breitet sich das gesilberte Gebiet schnell vom Schwanz her über den Rücken nach vorn aus, bis schließlich nur noch kleine Flecken seitlich vom Aalstrich schwarz sind. Am längsten hält sich ein schwarzer Fleck zwischen den Ohren, der erst beim 5 Monate alten Tier verschwindet. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Silberung ausbreitet, ist aber individuell sehr verschieden und hängt von der Entwicklungsgeschwindigkeit des Tieres ab.“1)
Mögliche Kandidatengene:
MITF und PMEL sind als Regulatoren der Melanogenese bekannt.
Womöglich wurden Silberkaninchen bereits ab dem 16. Jahrhundert in Europa bekannt.5)(S. 60) Im Jahr 1631 berichtete der Engländer G. Markham über schwarzsilberfarbige „Pelzkaninchen“. Aus seinen Ausführungen ging auch hervor, dass schon damals eine bedachte Auswahl der „größten und schönsten“ Silberkaninchen betrieben wurde. (Darwin, 18686), S. 104; mit Verweis auf: Cottage Gardener. Jan, 1861. p. 250)
„Sehr wertvolle Angaben zur Geschichte des Champagne Silbers konnte Herr Wischer von dem Schuldirektor Doussot aus La Rothière (Champagne) erhalten. Die Rasse kann in der Champagne in ihrem Bestehen bis in den Anfang des 18. Jahrhunderts zurückverfolgt werden (Gris Argentés de Champagne). Sie werden nach Doussot erstmalig 1730 in einer landwirtschaftlichen Schrift, dann 1765 in der Enzyklopädie der Wissenschaften und 1809 in einer sich eingehend mit diesen Kaninchen befassenden Abhandlung des Abbés Rozier erwähnt. 1823 berichtet „Bonington Moubray“ (Schriftsteller-Pseudonym für John Lawrence. Möbes), daß die aus Frankreich eingeführten Silberkaninchen fast sämtliche damals in der Landschaft Lincolnshire gezüchteten Kaninchen verdrängt hätten.“ (Wischer, M. 1941. Praktische Kaninchenzucht von Paul Starke. Zwölfte Auflage. Leipzig: Dr. F. Poppe.7), S. 209)
„Das reiche Kaninchen. Von den sogenannten reichen Kaninchen *) sagt Hr. Daubenton, es habe zum Theil weißes, zum Theil mehr oder weniger dunkles, schieferfarbiges oder braunes und schwärzliches Haar. Die kurzen und sanften spielten ins Mäusegrau, oder ins Schieferartige, das ist, ins Blaulichte. An den langen und dichten Haaren bemerkt man zweierlei Farbe. Einige sind schwärzlich, oder von sehr dunkler Schieferfarbe, andere so weiß, daß die Mischung des Weißen, Blauen oder Schwarzen, auf unterschiedenen Theilen, sehr verschieden ausfällt. Kopf und Ohren sind fast ganz schwärzlich, man erblickt nur einige weiße Haare daran. Viel häufiger finden sie sich am Hals, auf den Schultern, auf dem Rücken u. s. w. Auf dem ganzen Hintertheil des Leibes aber, auf der Brust und am Bauche siehet man vielmehr weiße, als blaue Haare. …“;
„*) 'Reich': irrtümlich erscheint 'riche' mit 'reich' übersetzt, gemeint ist das Silberkaninchen. M.“ (Buffon. 1839. Oeuvres complètes de Buffon avec des extraits de Daubenton et la classification de Cuvier. Paris. p. 264. (Deutsche Bearbeitung)8), S. 12-13/ 9), S. 722)
Siehe auch: Kaninchenrassen.
| Hellsilber | Abb. 1: Kleinsilber hell ©KH |
Abb. 2: Helle Großsilber, Jungtier ©KH |
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| Schwarzsilber | Abb. 3: Kleinsilber schwarz ©KH |
| Gelbsilber | Abb. 4: Kleinsilber gelb ©KH |
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