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verhalten:vergesellschaftung

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Vergesellschaftung

Beim Zusammenführen oder Umgruppieren von geschlechtsreifen Kaninchen besteht ein erhöhtes Risiko für aggressives Verhalten (Bildung einer Rangordnung).

Heimkaninchen

Spies, 20201) testete in „Teil B“ seiner Arbeit drei verschiedene Rückzugssysteme hinsichtlich ihrer Funktionalität und Akzeptanz als mögliche Unterstützung bei der Auflösung von Konfliktsituationen: Kunststoffröhren, Rückzugsboxen mit Schwingklappe mechanisch verriegelt, Rückzugsboxen mit Schwingklappe ohne Verriegelung.

Um eine möglichst große Nutzfrequenz zu erreichen, wurden dazu einander unbekannte Rammler (adult, intakt, „Farbenzwerge“) paarweise in Käfig- (140 x 60 cm) oder Bodenhaltung (1,55 m x 2,2 m) eingestallt. Die Tiere wurden über einen Zeitraum von jeweils 5 Tagen beobachtet. Für jedes Tier stand eine separate Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung, an die es im Vorfeld gewöhnt worden war.

Anhand von Videoaufnahmen wurde festgestellt:

  • „Insgesamt war der Umfang von Verletzungen und Läsionen deutlich geringer als zunächst erwartet. Obwohl häufiger Kämpfe beobachtet werden konnten, welche subjektiv als „intensiv“ bezeichnet werden konnten, resultierten diese nicht zwangsläufig in entsprechenden Verletzungen. Andererseits zeigten auch Tiere leichte Läsionen, deren Zusammenleben subjektiv als „friedlich / ruhig“ eingestuft wurde.“
    „Es konnte beobachtet werden, dass bei vielen Paaren die Aggressivität im Untersuchungszeitraum nachließ.“
    In keinem Fall war eine Trennung der Tiere erforderlich.
  • Die getesteten Rückzugssysteme wurden grundsätzlich angenommen und können dazu beitragen, Konflikte zu entschärfen oder zu beenden. Ihre Nutzung war jedoch durch die verfügbare Fläche beeinflusst: „Ist die Möglichkeit zur Flucht gegeben, werden viele Konflikte durch Distanzvergrößerung entschärft oder aufgelöst.“

Die Stichprobengröße wurde nicht angegeben, war aber „vergleichsweise klein“.

Ziel der Pilotstudie von ten Broeke et al., 20252) war es, Verhaltensweisen bei laufenden Vergesellschaftungen zu identifizieren, die auf einen nachhaltigen Erfolg hindeuten können.
Dazu wurden in einem Tierheim acht Vergesellschaftungen mit insgesamt 17 adulten Heimkaninchen nach einem Standardprotokoll durchgeführt (7 Paare unterschiedlichen Geschlechts, eine Dreiergruppe; alle Rammler und teils auch Häsinnen kastriert). Das Zusammenführen erfolgte auf neutralem Terrain in Gehegen mit einer Bodenfläche von je etwa 3 bis 4 m2. Anhand von Videoaufnahmen wurde das Auftreten ausgewählter Verhaltensweisen (Tabelle 1), sowie deren Häufigkeit und Dauer erfasst. Das kürzeste Video war 3,3 und das längste 41,8 Minuten lang. Eine Vergesellschaftung wurde als erfolgreich angesehen, wenn die Kaninchen anschließend bei ihren neuen Besitzern für mindestens drei Monate friedlich zusammenblieben.

Indikatoren für eine erfolgreiche Vergesellschaftung waren häufiges Annähern, Hinterherhoppeln, Beschnuppern, oder auch Besteigen des Kopfes.
Drei der acht Zusammenführungen scheiterten – besonders auffällig dabei waren aggressive Verhaltensweisen.

Eine der insgesamt am häufigsten beobachteten Verhaltensweisen war Beschnuppern, was auf die große Bedeutung des Geruchssinns für das soziale Zusammenleben zurückgeführt wurde.

Tabelle 1: Von ten Broeke et al., 20253) analysierte Verhaltensweisen bei Vergesellschaftungen

Sozialverhalten
Gegenseitige Fellpflege
Entspanntes Hinterherhoppeln
Langsames Annähern; Ohren flach anliegend oder aufrecht, optional mit Körperkontakt
Liegen oder Sitzen mit Körperkontakt
Nasenkontakt
Kopf unter den Kopf des anderen schieben
Angreifen; Hals gestreckt und Ohren flach anliegend, mit Körperkontakt
Meideverhalten/ Rückzug (als Reaktion)
Drohen; Ohren angelegt, kein Körperkontakt
Erstarren (bei Unterlegenheit); Kopf und Schultern zum Boden gedrückt
Beißen
Umkreisen
Kratzen oder Treten
Aggressives Jagen
Auf den Kopf des anderen Kaninchens steigen; schnelle Stoßbewegungen mit den Hinterläufen, mit oder ohne Beißen
Auf Rücken des anderen Kaninchens steigen; schnelle Stoßbewegungen mit den Hinterläufen, mit oder ohne Beißen
Übersteigen
Schnell auf das andere Kaninchen zubewegen; manchmal mit offenem Maul
Sich ruhig zurückziehen
Kämpfen; das andere Kaninchen mit den Zähnen packen und/ oder mit den Hinterbeinen kratzen
Davonlaufen, ggf. dabei über das angreifende Kaninchen springen
Sich dem anderen Kaninchen zuwenden
Kommunikation
Beschnuppern
Mit den Hinterläufen stampfen
Objekte mit dem Kinn markieren

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1)
Spies, M. (2020). Untersuchungen zu Haltung und Handling von (Heim-)Kaninchen sowie zur Entwicklung einer geeigneten Rückzugsmöglichkeit. Dissertation. Gießen : VVB Laufersweiler Verlag. http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-16786
2) , 3)
ten Broeke, L., Hermans, K., & Van Belle, M. J. R. 2025. Love at first hop? A pilot study on the social behavior of companion rabbits during the introduction period. Vlaams Diergeneeskundig Tijdschrift, 94(3).
verhalten/vergesellschaftung.1786819783.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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